HUDE - Einige Schuhe sind bestimmt schon zertanzt, und der Boden im Spiegelsaal der Jahnhalle müsste eigentlich auch Spuren davon getragen haben: Denn dort wird inzwischen jeden Tag geprobt. Sogar am Wochenende. Aber viel Zeit bleibt auch nicht mehr bis zur Premiere. Und dann muss jeder Schritt und jede Handbewegung sitzen.
Am Sonnabend, 19. Januar, ist es soweit. Dann werden die 74 Huder Ballettschülerinnen von Rena Hengst „Die goldenen Schuhe“ nach einem Jahr Probenzeit zum ersten Mal aufführen. Beginn ist um 16 Uhr in der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg. „Wir sind alle schon sehr aufgeregt“, sagt Rena Hengst. Die 40-jährige Mutter von zwei Söhnen hat im Alter von acht Jahren mit dem Ballett angefangen und ist ausgebildete Tanztherapeutin. Seit einigen Jahren ist sie beim TV Hude als Ballettlehrerin tätig. „Das ist mein Hobby, aber gleichzeitig auch meine Berufung“, sagt sie.
Insgesamt 74 Mädchen werden von ihr unterrichtet. Die alle bei einer Aufführung auf die Bühne zu bringen, stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Aber Hengst fand eine Lösung: Auf der Grundlage des Märchens „Aschenbrödel“ schrieb sie das Stück „Die goldenen Schuhe“. Ein modernes Märchen, das in einer Ballettschule spielt. Inspiriert wurde Hengst dabei vor allem von ihren Schülerinnen. Und die werden im Januar dann tatsächlich auch alle auf der Bühne stehen, einige davon sogar in mehreren Rollen. Untertitel des Stückes ist deshalb auch „Wie man Aschenbrödel mit 74 Kindern vertanzt“.
Tanzen ist bei Hengst aber nicht nur klassisches Ballett. Ihre Schülerinnen werden bei der Aufführung die verschiedenen Facetten des Tanzsports zeigen: vom spanischen Flamenco über irischen Stepptanz wie bei „Riverdance“, Hip Hop, Walzer oder Charleston. Passend dazu gibt es maßgeschneiderte Kostüme, die alle von Ingeborg Speidel genäht wurden. „110 Kostüme sind das insgesamt“, berichtet Hengst. Dabei werden die nicht von den Eltern gekauft, sondern durch die Eintrittsgelder finanziert. „Das ist alles selbst erarbeitet. So bekommen die Kinder eine ganz andere Verbindung zum Stück“, freut sich die 40-Jährige. Auch die Stimmung in der Gruppe kann die Balletttrainerin nur loben. So beaufsichtigen die großen Schülerinnen schon mal die Kleinen.
Nach der Premiere am 19. Januar (16 Uhr) in der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg, ist das Stück „Die goldenen Schuhe“ am Sonntag, 20. Januar, ab 12 Uhr im Forum der Peter-Ustinov-Schule zu sehen. Weitere Termine sind Sonnabend, 26. Januar, 16 Uhr, und Sonntag, 27. Januar, ab 12 Uhr. Auch diese beiden Vorstellungen finden im Forum der Peter-Ustinov-Schule statt. Karten gibt es ab Montag, 17. Dezember, in der Geschäftsstelle des TV Hude. Eine Karte kostet zehn Euro, ermäßigt fünf Euro. Der Erlös geht an die Ballettabteilung des TV Hude.
