HUDE - 40 Interessenten und Schaulustige kamen ins Rathaus. Auktionator war Oliver Gall. Nicht alle Arbeiten fanden einen Abnehmer.

Von Matthias Kosubek

HUDE - „Jetzt brauche ich ein Gebot, sonst werde ich schwermütig hier oben!“ Mit lockeren Sprüchen versuchte am Mittwochabend im Foyer des Huder Rathauses Oliver Gall die rund 40 Besucher aus der Reserve zu locken, als die Auktion von Arbeiten Huder Künstler wieder einmal ins Stocken geriet. Aquarelle von Karin Behrens waren bei einem Mindestgebot von nur fünf Euro wie die sprichwörtlichen „warmen Semmeln“ weggegangen und auch die Kaltnadelradierungen von Werner Ganteföhr hatten schnell ihre Liebhaber gefunden. Im weiteren Verlauf hielten sich die Bieter jedoch vornehm zurück. Wahrscheinlich lag es am Missverhältnis zwischen den Mindestgeboten und dem Inhalt der Brieftaschen. Auch Galls Drohung „Ich lass sonst die Tür zumachen“ bescherte dem Vorsitzenden der Touristik-Palette, der sich als Auktionator zur Verfügung gestellt hatte, zwar Lacher, aber nicht den gewünschten Erfolg.

Am Ende, nach einer knappen Stunde, waren zwar nicht alle Arbeiten versteigert, trotzdem zeigten sich der Vorsitzende des Huder Vereins „Kinderaugen“, Uwe Schubert, und sein Kassenwart Franz-Herbert Bunjor zufrieden: 1385 Euro lagen in der Geldkassette und kommen der Kinderabteilung des Krankenhauses in Salcininkai in Litauen zu Gute. Für diesen guten Zweck war nämlich diese Kunst-Auktion überhaupt organisiert worden.

Elf Huder Künstler hatten dafür eine oder mehrere Arbeiten kostenlos zur Verfügung gestellt, wofür ihnen Schubert herzlich dankte: Brigitte Herold Buntstiftzeichnungen, Elge Gerdes-Röben Ölbilder, Halina Chwistek-Mindermann ein Aquarell, Karin Behrens mehrere Aquarelle, Ernst W. Wagalla eine Kaltnadelradierung, Herbert Blazejewicz ein Wachskreide-Bild, Wolf E. Schultz drei Holzskulpturen, Werner Ganteföhr drei Radierungen, Diedrich Mörking ein Ölbild, Insa Winkler eine Arbeit in Mischtechnik und Annegret Schote eine Bleistiftzeichnung.

Die Ölbilder von Zbignew Siemienowicz, Chefarzt des besagten litauischen Krankenhauses, fanden bei der Auktion keine Abnehmer. Sieben der 20 Gemälde, die seit dem 7. April im Rathaus ausgestellt waren, haben laut Schubert bereits einen Käufer gefunden. Die restlichen 13 stehen in den kommenden Monaten weiterhin zum Verkauf. Auch ihr Erlös soll dem Krankenhaus zufließen.