HUDE - Die Ausstellung trägt den Titel „Am Busen der Natur“. Die Eröffnung fand große Beachtung.

Von Peter Biel

HUDE - „Am Busen der Natur“ nennt der Oldenburger Künstler Michael Becker seine Ausstellung, die am Sonntagnachmittag von Galeristin Anette Hadrich und ihrem Mann Wolfgang in der Galerie Klostermühle in Hude vor zahlreichen Kunstfreunden eröffnet wurde. In der Vorstellung seiner Arbeiten erklärte Becker, dass die Kunst des Hamburger Malers und Grafikers Paul Wunderlich ohne Zweifel einen „wunderlichen“ Einfluss auf ihn gehabt habe. Wenn jedoch jemand seine farbenfrohen, großformatigen und erotischen Bilder als „Abklatsch“ bezeichnen würde, dann weist er dies entschieden zurück. Vielmehr inspiriert ihn Paul Wunderlich zu eigenen Interpretationen, die durch seinen persönlichen Zeichenstil wieder etwas ganz Anderes ergeben würden.

Geprägt durch seine Ausbildung als Grafik-Designer lässt Michael Becker bei seinen freien Arbeiten zuerst die Idee im Kopf entstehen, bevor er sie auf Zeichenkarton realisiert. Auch am Computer experimentiert er mit Formen, Strukturen und Farben und hält so verschiedene Stadien fest, um sie als Entscheidungshilfe für die Realisierung heranzuziehen. Dabei spielt die Inspiration für ihn eine sehr wichtige Rolle, so Becker. Sie kann in der Natur liegen, in der Ausstrahlung eines Menschen oder in der Erscheinung eines Gegenstandes. Antrieb für eine kreative Handlung könne aber auch ein Problem oder ein Glückszustand sein. Schon allein der Anblick einer schönen Frau könne bei ihm Impulse auslösen, die nach künstlerischer Umsetzung drängen. Spontan entstehen dann zunächst Skizzen. Bis zum fertigen Bild, das in einer Mischtechnik aus farbigen Kugelschreibern, Airbrush und Acrylmalerei entsteht, kann es dann aber noch lange dauern, erklärte Becker.

Der Schwerpunkt der in der Galerie Klostermühle gezeigten Arbeiten besteht aus weiblichen Akten in einer phantastisch-surrealistisch wirkenden Darstellungsform, die ihre Wirkung auf den Betrachter nicht verfehlen. Oft sind noch Parallelen zu Naturformen wie Blättern oder Früchten erkennbar, bisweilen werden sie auch symbolhaft und mit einer frappierenden Offenheit eingesetzt und geben dem Bild eine pikante und kapriziöse Note. Gerne kombiniert der freischaffende Künstler diese aus der Natur kommenden Elemente in spielerischer Form mit geometrischen Formen, die durch Linien und Schraffuren aufgelockert werden. Dieser Kontrast ist das Konzept seiner Kunst, die immer auch einen Hauch von Ironie und Humor beinhaltet.

In der Galerie Klostermühle sind die Werke von Michael Becker noch bis zum 3. Juli mittwochs, sonnabends und sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Termine können auch unter 04408/597 vereinbart werden.