HUDE - Der Mann kennt sich aus in der Welt: Jonny Lüpkes hat in den USA gelebt, in Australien und in Namibia. Auch Frankreich und Tunesien waren Stationen seines Lebens. Seine Erlebnisse hat er in Bildern verarbeitet, Orts- und Landeswechsel wirkten sich immer auf seine Malerei aus. „Reisebilder“ ist daher die Ausstellung betitelt, in der Lüpkes seine in Acryl und Mischtechnik, auch mit Collagen und Skriptol entstandenen Werke in der Huder Galerie Klostermühle zeigt. Eröffnung ist am Sonntag, 20. April, um 16 Uhr.

Geboren wurde der 74-jährige Künstler in Delmenhorst. Seine Kindheit hat er auf der Nordwolle verbracht. In Delmenhorst hat er seine Ausbildung zum Maschinenbautechniker absolviert, und an der Volkshochschule hat er Ende der 50-er Jahre Kurse in Malerei und anatomischem Zeichnen bei Willi Oltmanns und Joseph Pollak belegt.

Bis in die 60-er Jahre noch als einziger Autodidakt in Bremer Künstlergruppen aktiv, war schnell klar, dass ihm Deutschland „viel zu eng“ wurde. Als er seine Frau Bärbel, gebürtige Oldenburgerin, kennen lernte, dauerte es nicht mehr lang, bis sie vorschlug: „Gehen wir doch nach New York“. Dort lebte das Paar zwei Jahre, Jonny Lüpkes arbeitete als Flugzeugmechaniker. Es folgten mehrjährige Aufenthalte in Namibia, Südfrankreich und schließlich Australien. In Albury, New South Wales, studierte Lüpkes Kunst. „Da war ich 50 und nicht der Älteste“, sagt er. Seitdem kann er auch von seiner Arbeit als Künstler leben. „Das Diplom hat geholfen“, so der Künstler. In Australien, dem Land mit dramatischen Steilhängen und Schluchten der Blue Mountains, erfuhr der Künstler einen entscheidenden Einfluss auf seine Arbeit. Bis heute hat er einen festen Platz als zeitgenössischer australischer Landschaftsmaler sicher.

Seit 2004 leben die Lüpkes in Oldenburg, sind zurück in ihrer Sprache – und wollen bleiben. Die Blue Mountains vermisst er, ebenso wie Afrika. „Namibia war das Richtige für meine Augen“, schwärmt Lüpkes, „Beige- und Brauntöne mag ich am liebsten.“ Und das dürfte auch dem Huder Ausstellungsbesucher auffallen. Neben dieser Farbvorliebe haben es Jonny Lüpkes die urbanen Lebenswelten angetan. In jüngster Zeit waren es orientalisch inspirierte Metropolen, nachdem er Tunesien bereist hat. „Es sind Fantasiestädte“, sagt der Kosmopolit.

Die Ausstellung in der Galerie Klostermühle an der Von-Witzleben-Allee 2 ist bis zum 1. Juni zu sehen. Öffnungszeiten sind mittwochs, sonnabends und sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr.

Mehr Informationen unter www.jonnyluepkes.de