HUDE - Viermal die Woche proben die Schülerinnen derzeit für ihren großen Auftritt. Die Freude am Tanzen soll dabei aber nicht zu kurz kommen.

von janina Meyer

HUDE - Wenn die Musik ertönt ist es auf einmal ganz still im Forum der Peter-Ustinov-Schule in Hude. Wo vorher noch lautes Stimmengewirr den Raum erfüllte, hört man jetzt nur noch das leise Schleifen der Ballettschuhe zum Takt der Musik. Die zuvor noch eifrig durcheinander redenden Mädchen sind plötzlich verstummt und hochkonzentriert in ihre Tanzübungen vertieft. Es ist Probenzeit in der Balettgruppe des Turnvereins (TV) Hude.

Viermal die Woche treffen sich zurzeit 56 Mädchen aus verschiedenen Ballettklassen im Alter von sechs bis 14 Jahren, um für die nächste Aufführung zu trainieren. „Tanz der Elemente“ heißt das Stück, das die Ballettschülerinnen in vier Aufführungen auf die Bühne bringen wollen. Premiere der insgesamt dritten Produktion der Balettgruppe ist am 18. März.

Die Geschichte, die die Mädchen tänzerisch erzählen, handelt von drei kleinen Zauberlehrlingen, die von ihrer Lehrerin auf eine Reise durch die vier Elemente geschickt werde. In jedem Element wohnen zwei Geister – ein guter und ein böser – die versuchen, die Lehrlinge auf ihre Seite zu ziehe. „Es ist wie im richtigen Leben auch, jedes Ding hat zwei Seiten, gut und böse, und man muss sich entscheiden“, erklärt Balettlehrerin Rena Hengst. Sie hat das aus der Feder der Huder Autorin Franziska Buhl stammende Stück für die Ballettbühne umgeschrieben. „Es wird eine ganz moderne Aufführung“, verrät Rena Hengst. Neben einigen klassischen Elementen werden nämlich auch Hip-Hop- und Tango-Variationen sowie moderner Kindertanz gezeigt.

Ganz neu dabei sind dieses Mal auch einige kleine Soloparts der älteren Ballettschülerinnen. Dennoch erwartet die Zuschauer keine „eindressierten Tänze“, wie Rena Hengst versichert, sondern eher ein Tanztheater, bei der jede Tänzerin eine eigene Rolle verkörpern soll. Damit diese auch glaubwürdig rüberkommt, tragen die Darstellerinnen maßgeschneiderte Kostüme, die Ingeborg Speidel näht. Daneben sind noch viele weitere Mütter mit Schminken, Frisieren und anderen Vorbereitungen beschäftigt, damit die Mädchen sich in waschechte Elementargeister und Zauberlehrlinge verwandeln können.

Und das Konzept der Aufführung komme bei den Balettschülerinnen trotz der vielen Proben sehr gut an, wie Rena Hengst berichtet. „Die haben einen Wahnsinnsspaß hier“, sagt die Trainerin. Denn der solle auf gar keinen Fall zu kurz kommen. „Es ist kein Drill, sondern der Spaß und die Freude am Tanzen stehen im Vordergrund“, betont Hengst, und will damit das alte Klischee vom Balettunterricht als „Kasernenhof“ aufbrechen.

Mit wahrer Begeisterung dabei sind auch Nike Leverenz und Amy Punschke. „Wir freuen uns auf die vielen Leute, die alle kommen, um uns zuzugucken“, erzählen die beiden kleinen Tänzerinnen wie aus einem Munde.