HUDE - HUDE/KAB - Malte Vief spielt nicht einfach nur Gitarre. Vielmehr scheint es, als würde er sein Instrument dabei umarmen. So auch am Freitagabend beim Benefizkonzert zugunsten des Komitees „Kinder aus Tschernobyl“ Berne und Hude in der Huder St. Elisabethkirche. Das Komitee lädt jedes Jahr Kinder aus Weißrussland, die unter den Folgen des Atomreaktorunglücks von Tschernobyl vor 20 Jahren leiden, in den Landkreis Oldenburg ein, damit sie sich hier erholen können. Malte Vief hat schon als kleiner Junge in Hude für Tschernobyl-Kinder gespielt. „Ich freue mich, wieder hier sein zu können, gerade zu diesem Anlass“, sagte er. Als kleiner Junge habe er an gleicher Stelle vor allem klassische Musik gespielt, das habe sich inzwischen geändert. „Heavy Classic“ nennt er seine selbstentwickelte Stilistik, eine Mischung aus Klassik und Rock, mit der er bereits in der ausverkauften Semperoper in Dresden als Solist mit Orchester spielen durfte. Auch aus Hörfunk und Fernsehen ist
er bekannt.
Wie vielfältig besagte Mischung sein kann, erfuhren auch 75 Zuhörer in der St. Elisabethkirche. Besonders in Viefs Arrangement auf „Sometimes I Feel Like Screaming“ von seiner früheren Lieblingsband Deep Purple und im von Frank Sinatras „My Way“ inspirierten Präludium wurde deutlich, was „Heavy Classic“ heißt: Klassisch anmutende, zart gezupfte Melodien wechselten mit rockverdächtigen, hart geschlagenen Akkorden. Abseits solcher Symbiosen brachte Vief jedoch auch krasse Gegensätze zu Gehör: Durchgängig getragen und wehmütig klang ein Stück, das er einer verstorbenen Person gewidmet hatte. Durchgängig rockig dagegen die energiegeladene „Tarantella“.
Die begeisterten Zuhörer entließen den Gitarristen erst nach drei Zugaben und spendeten 550 Euro. Der Reinerlös aus dem Benefizkonzert fließt in die diesjährige Erholungsaktion des Komitees „Kinder aus Tschernobyl“ in Berne und Hude.
Mehr über Malte Vief unter www.heavyclassic.de
