HUDE - Die zweite Veranstaltung im Rahmen der Huder Celtic Days am Donnerstagabend stand ganz im Zeichen traditioneller schottischer Musik. Im Kulturhof war zu Gast der Musiker P`druig Moireasdan, der sein Publikum mit Akkordeon-Musik von den Äußeren Hebriden begeisterte.

Martin von Maydell begrüßte den jungen Schotten, der mit seinen Eltern nach Hude gereist war. Der Mitorganisator der Celtic Days gab den Zuschauern noch einmal eine kurze Einweisung über die Art und Weise, wie man in Schottland Musik hört. Man kann nämlich durch Mitklatschen oder gar durch muntere Zurufe sein Gefallen bekunden, so von Maydell: „Das ist sogar üblich so und wird bei keltischen Musikern gerne gesehen.“ Und so mache die Musik dann auch für alle mehr Spaß.

Der 16-jährige P`druig Moireasdan, geboren und aufgewachsen auf der Insel Grimsay im äußersten Westen Schottlands, entstammt einer Musikerfamilie und trägt, wie schon sein Großvater und Vater, die gälisch geprägte Kultur der Hebriden weiter. Gälische Musik ist womöglich die älteste schottische Musiktradition, die trotz der nur von einer Minderheit aufrechterhaltenen Sprache weiterhin floriert – und dies nicht nur in ihren Ursprungsregionen im Hochland und auf den schottischen Inseln, sondern landesweit. Mit sieben Jahren erlernte Moireasdan das Klavier- und Akkordeon-Spiel und hat bereits mehrere Auszeichnungen bei Wettbewerben erlangt.

Soviel Akkordeon war noch nie auf der Bühne im Kulturhof zu hören: Das musikalische Spektrum des jungen Musikers reichte von traditionell bis zeitgenössisch, war folkloristisch, virtuos, temperamentvoll und höchst eigenwillig. P`druig Moireasdan zeigte sich als wahres Ausnahmetalent auf seinem Instrument. Das Publikum war mitgerissen von seinem Spiel, auch Vater Lechie Moireasdan ließ sich anstecken von der ausgelassenen Stimmung und schritt kurzerhand mit auf die Bühne. Er rührte das Publikum mit gälischem Gesang und erntete langanhaltenden Applaus.

Nach anfänglichem Zögern klatschten sich die Huder allmählich warm. Die Stimmung war fröhlich ausgelassen, eben keltisch. Und so ist das Huder Publikum nun bestens gerüstet für das Wochenendprogramm der Celtic Days, das reich an Höhepunkten ist. Nachfolgend eine Übersicht: Sonnabend, 17 Uhr, Buchhandlung „Lesen und Mehr“: Ralf Sotscheck erzählt im Stile eines „Storytellers“ von Pleiten, Pech und Pannen, wie sie nur in Irland vorkommen können. Sonnabend, 19 Uhr, Kulturhof: Die Band „Blue“ verspricht „frische und aufregende“ irische und schottische Musik, „Special Guest“ ist die Sängerin Emily Spiers aus London. Außerdem spielt die irische Folkband Líadan: Die sechs jungen Ladies lassen irische Lieder authentisch und kraftvoll erklingen. Sonnabend, 19.30 Uhr, Sporthalle Hohelucht: Schottischer Ball. Sonntag, 14 bis 17 Uhr, Kulturhof: Familienfest mit Live-Musik und Highland-Games (auch für Kinder). Der Eintritt ist frei. Sonntag, 19.30 Uhr, Forum der Peter-Ustinov-Schule: Stories from the Pub – Geschichten, Musik und grober Unfug von der grünen Insel mit Autor Ralf Schotscheck und dem Musik-Duo „Pipeline“.