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DENKMALSCHUTZ „Pflegeversicherung“ für die Ewigkeit

STEPHAN ONNEN

HUDE - Kirchen beherbergen oftmals wertvolle Kulturschätze – die Unterhaltung und Pflege dieser historischen Reichtümer kommt aus finanziellen Gründen indes zu kurz. Die ev.-luth. Kirchengemeinde Hude kann nun auf Besserung hoffen: Marianne und Harro Lührmann haben unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) im Juni 2008 die Johann-Emkes-Stiftung gegründet. Stiftungszweck ist es, Restaurierungen an den evangelischen Kirchen in den Landkreisen Oldenburg und Wesermarsch, insbesondere an der St. Elisabeth-Kirche in Hude, zu fördern. 300 000 Euro hat das Stifter-Ehepaar als Anfangskapital eingebracht. „So eine hohe Summe ist ein echter Glücksfall“, frohlockte am Donnerstag Dr. Steffen Skudelny, Leiter des DSD-Stiftungszentrums.

Zur Elisabeth-Kirche haben Marianne und Harro Lührmann eine besondere Beziehung – die Eheleute, die heute in Regensburg leben, stammen gebürtig aus Hude, haben hier gemeinsam die Schulbank gedrückt, beide wurden als Kinder in der Huder Kirche getauft, in der sie später als Erwachsene auch getraut wurden. Auf dem Friedhof ist der am 12. März 1954 verstorbene Großvater von Harro Lührmann beerdigt: Johann Heyen Emkes war lange Jahre Kirchenältester in Hude gewesen. Ihm zu Ehren ist die Stiftung benannt worden. Auf diese Weise möchten die Stifter das, was sie an Gutem erfahren haben, weitergeben. „Es ist ein Projekt für die Ewigkeit“, sagte Harro Lührmann, der bis zu seinem Ruhestand Geschäftsführer einer mittelständischen Firma war.

Pfarrer Reiner Backenköhler zeigte sich glücklich und dankbar für diese „Pflegeversicherung“. Aus den jährlichen Zinserträgen können frühestens 2010 Maßnahmen finanziert werden. Ende 2009 wird über konkrete Verwendungsmöglichkeiten beraten: „Wir werden dazu Vorschläge unterbreiten“, kündigte Pastor Jürgen Schwartz von der Kirchbaustiftung der ev.-luth. Kirche Oldenburg an.

An Betätigungsfeldern mangelt es in der Elisabeth-Kirche auch nach der Restaurierung des Altars, der zu Pfingsten aus Hannover zurückerwartet wird, nicht: Als Beispiel nannte Reiner Backenköhler die Sicherung von Wandmalereien mit Heiligenbildern, von denen der Putz abbröckelt. Auch mit dem um das Jahr 1500 entstandenen Kruzifix müsse man sich gründlich beschäftigen, ergänzte Achim Knöfel, der beim Oberkirchenrat für Denkmalschutz zuständig ist. Eine Wandplastik mit dem Heiligen Georg, der eine einige Jahrzehnte Namenspatron der Kirche gewesen war, soll ebenfalls restauriert und wieder aufgestellt werden. Knöfel: „Hier schlummert noch eine ganze Menge.“

DSD betreut 190 Stiftungen – Namensgeber für viele ein Vorbild und Ratgeber

Die St. Elisabeth-Kirche

wurde im 13. Jahrhundert zusammen mit dem ehemaligen Zisterzienserkloster erbaut und diente als Torkapelle. Diese Funktion lässt sich auch heute noch in den für den deutschen Raum einzigartigen vollständig erhaltenen Malereien und Schnitzereien betrachten. Da Laien im Mittelalter in der Regel des Lesens nicht kundig waren, brachten die Huder Mönche den Menschen die Botschaft der Bibel auf bildhafte Weise nahe.

In Fresken

werden Darstellungen der Heiligen Katharina, Elisabeth und Martin sowie eine Majestas Domini im Chorgewölbe und eine Anbetung der Könige, ergänzt durch Szenen des Alten Testaments, gezeigt. Darüber hinaus bereichern florale und ornamentale Motive die Wand- und Gewölbemalereien.

Die Johann-Emkes-Stiftung

ist eine von über 190 Stiftungen, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) treuhänderisch verwaltet. Die Stiftung ist offen für weitere Spenden und Zustiftungen (bei der SEB Bank Bonn, Bankleitzahl 380 101 11, besteht ein Konto mit der Nummer 10 277 582 64).

Der Namensgeber

der Stiftung, der 1875 in Lübbertsfehn/Ostfriesland geborene Johann Heyen Emkes, führte bis zum 70. Lebensjahr als Postmeister das Postamt in Hude und war für viele Huder Bürger wegen seines aus tiefer religiöser Empfindung geprägten Lebenswandels und Berufsethos Vorbild, Freund und Ratgeber.

Infos: www.denkmalschutz.de
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