HUDE - Rottweiler Ron liegt auf dem Boden in der Küche und kaut genüsslich an seinem Fußball. Viel ist von dem Ball nicht mehr übrig, aber trotzdem ist es eine seiner Lieblingsbeschäftigungen. Der elfjährige Ron ist gut erzogen, er bellt nicht, wenn jemand Fremdes im Haus ist. Das ist Herrchen Reinhardt Kirchhoff zu verdanken. Der 65-Jährige ist mit Hunden aufgewachsen, trainiert sie und ist ehrenamtlich Vorsitzender der Ortsgruppe Hude im Verein für Deutsche Schäferhunde. Ansässig ist er allerdings in Ganderkesee. Bis 1985 habe ich in Vielstedt gewohnt. Die Ortsgruppe wurde 1974 gegründet, erklärt Kirchhoff.
Mit Buch ausgebildet
Der 65-Jährige erzählt, dass seine Familie schon immer einen Hund hatte. Seinen ersten eigenen, einen Schäferhund bekam er 1972.Seit der Zeit befasst sich Kirchhoff auch mit der Ausbildung von Hunden. Ich habe das Buch ,Der Polizeihund von meiner Tante bekommen, sagt Kirchhoff. Mit dessen Hilfe habe ich mit der Ausbildung angefangen. Der gebürtige Huder war Mitbegründer der Ortsgruppe. Im Sommer 1975 wurde Kirchhoff Ausbildungswart. Bis 1984 habe er Vorstandsarbeit gemacht. Danach folgten zehn Jahre Pause in der aktiven Mitarbeit aus beruflichen Gründen. Bis ich dann einen Anruf bekam, ob ich nicht Vorsitzender sein möchte, so der 65-Jährige. Und so kam es dann auch. 1994 wurde Kirchhoff zum Vorsitzenden gewählt und ist es bis heute geblieben.
Als Vorsitzender beschäftigt er sich überwiegend mit der Ausbildung von Hunden. Wir nehmen alle Gebrauchshunde zur Ausbildung, die eine Schulterhöhe von 45 bis 50 Zentimetern aufweisen, sagt Kirchhoff. Auch gehört die Verwaltung zu seinen Aufgaben. So organisiert er mit Hunden die Bewachung bei Gewerbeschauen, veranstaltet Ferienpassaktionen, die Deutschen Meisterschaften oder Jugend-Meisterschaften. Da bleibt wenig Zeit für den eigenen Hund, sagt Kirchhoff.
Arbeit braucht Zeit
Ansonsten werden die Aufgaben in der Gruppe verteilt. So bietet sie unter anderem einen Erziehungskursus an. Die Leute kommen aber meist erst dann mit ihrem Hund, wenn es schon zu spät ist, meint Kirchhoff. Sie denken, wenn sie zweimal mit ihrem Hund da waren, kann er schon alles. Das sei aber ein Fehldenken. Denn die Arbeit mit dem Hund brauche Zeit. Die Grundbegriffe habe ein Hund etwa nach zwei Monaten gelernt, wenn der Besitzer mit ihm dreimal eine Stunde die Woche komme. Auch beim Spazierengehen mit dem Vierbeiner müsse man mit ihm üben. Sobald ich mir einen Hund zulege, fängt die Erziehung an, sagt Kirchhoff. Man muss konsequent sein, aber darf den Hund nicht bestrafen. Ich bin gegen Kampfhunde. Denn wenn es welche sind, sind sie vom Besitzer dazu gemacht worden. Darum gelte es, gleich zu Anfang zur Hundeschule zu gehen. Dann wird der Vierbeiner vielleicht genauso ein guterzogener Hund wie Ron, der sich schon wieder seinen Ball geschnappt hat und erstmal von Herrchen gekrault wird.
