HUDE - Eigentlich sollten Hildegard Wittig und Robert Behnken schon im Mai beim „Tag des Ehrenamtes“ ausgezeichnet werden, doch da waren beide verhindert. Dennoch wollte Bürgermeister Axel Jahnz sowohl die Leiterin des Frauenwerkkreises der katholischen Kirchengemeinde St. Marien als auch den Jugendwart des Fischereivereins Wüsting unbedingt persönlich kennen lernen. Dazu lud er das Duo am Dienstag ins Huder Rathaus ein. „Was Sie leisten, finde ich wirklich klasse. Sie sorgen für ein positives Bild Hudes über die Gemeindegrenzen hinaus“, lobte Jahnz.

Denn das Engagement von Hildegard Wittig und Robert Behnken ist sogar in Hannover aufgefallen: Die 76-jährige Huderin wurde vom Land Niedersachsen mit der „Medaille für vorbildliche Verdienste um den Nächsten“ ausgezeichnet, der 44-jährige Petrijünger erhielt die Niedersächsische Umweltnadel.

Hildegard Wittig leitet gemeinsam mit Barbara Rother, die schon beim Tag des Ehrenamts den Dank der Gemeinde erhalten hatte, den Frauenwerkkreis der Kirchengemeinde St. Marien. Die 15-köpfige Frauengruppe verkauft jedes Jahr am Totensonntag selbst gemachte Handarbeiten zugunsten der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe. An jedem zweiten Mittwoch trifft sie sich ab 15 Uhr im Pfarrheim St. Marien – „die meiste Arbeit findet aber zuhause statt“, sagt Hildegard Wittig. In den 26 Jahren, die der Frauenkreis nun existiert, sind bereits 79 000 Euro an Spenden zusammen gekommen. Das Engagement in der katholischen Kirchengemeinde bringt der gebürtigen Schlesierin ein „Stückchen Heimat“ nahe.

Robert Behnken hatte vor drei Jahren die jetzt auf 70 Mitglieder angewachsene Jugendgruppe des Fischereivereins Wüsting neu gegründet. Er zeigt den Jugendlichen, dass zur Fischerei mehr gehört, „als nur eine Angel ins Wasser zu halten und Fische rauszuholen.“ Das Bewusstsein für Natur und Umwelt vermittelt Behnken mit einem praktischen Projekt, der Schaffung von Laichbecken am Polder See in Oberhausen. Auszeichnungen sind für Robert Behnken nicht so wichtig: „Die Begeisterung der Jugendlichen ist für mich der eigentliche Lohn.“