HUDE - Es muss ein beeindruckendes Szenario gewesen sein. 2002, das Jahrhunderthochwasser an der Elbe hatte weite Teile der anliegenden Landschaft unter sich begraben. Axel Meyer, „Ur-Huder“, wie er selber sagt, fährt mit einem Wagen des DRK auf eine kleine Zeltstadt zu, nur wenige Hundert Meter von einem Deich entfernt. Das Wasser und Tonnen von Treibgut schwappen entlang der Krone – doch der Deich hält. Von der Zeltstadt aus werden die Einsatzkräfte und Helfer vor Ort versorgt. Axel Meyer ist als Ehrenamtlicher beim Bereitschaftsdienst des DRK in Hude tätig.
„Beeindruckend war, dass sich die ganzen Rettungskräfte und Helfer nicht kannten – und trotzdem klappte die Zusammenarbeit reibungslos“, blickt der Huder zurück.
Meyer, ein kräftiger Mann von 35 Jahren mit einem freundlichen Gesicht, sitzt gemeinsam mit Eike Menssen, 18 Jahre, an einem Tisch im ersten Stock des Hauptgebäudes des DRK in Hude. Axel Meyer ist seit 1994 ehrenamtlich beim DRK tätig, der Berner Menssen seit zwei Jahren. Beide engagieren sich im Bereitschaftsdienst, beim Jugendrotkreuz, Meyer zusätzlich in der Sozialarbeit und der Personalplanung. Außerdem arbeitet er hauptamtlich als Disponent für das DRK.
Unterstützung nötig
Oft kommen die beiden bei Großveranstaltungen zum Einsatz. Diskotheken, Karneval, Fußball-Spiele, etwa von Werder Bremen, oder eben Hilfseinsätze wie damals bei der Elbeflut 2002. Als Sanitäter oder Helfer unterstützen sie die hauptamtlichen Einsatzkräfte. „Ohne die Ehrenamtlichen würde vieles nicht funktionieren“, ist sich Oliver Brinkhus, stellvertretender Kreisgeschäftsführer beim DRK, sicher. „Da würde es dann oft an ausreichenden finanziellen Mitteln fehlen.“ In die Renovierung des DRK-Gebäudes an der Parkstraße 57 etwa seien 2000 ehrenamtliche Stunden geflossen.
Wer sich beim DRK engagiert, muss flexibel sein – und bereit, Zeit zu investieren. 60 Stunden dauert die Ausbildung zum Sanitäter im Bereitschaftsdienst. Wenn man wie Menssen Rettungssanitäter werden will, sind es sogar 520 Stunden. Dann aber, so sagt der 18-Jährige, „kann man bei Einsätzen auch mehr leisten, etwa als zweiter Mann im Rettungswagen mitfahren.“
Dass sich Ehrenamtliche beim DRK in vielfältiger Weise fortbilden können, sieht Oliver Brinkhus als wichtigen Punkt: „So können die Leute reinschnuppern und sehen, was ihnen liegt. Jeder kann helfen, auch wenn er vielleicht kein Blut sehen kann.“
Hauch von Egoismus
Meyer und Menssen schätzen beim DRK die Gemeinschaft. Und die Herausforderung, sich immer wieder auf neue Situationen einstellen zu müssen. Geld wollten beide für ihre Arbeit nicht haben.
Ein kleines bisschen Egoismus bei ihrem Engagement wollen beide dann aber doch nicht verhehlen: „Wer war als Kind denn nicht fasziniert von den großen Rettungswagen mit den bunten Lichtern“, sagt Axel Meyer und lacht.
Rund 270
Ehrenamtliche engagieren sich beim Deutschen Roten Kreuz im Landkreis Oldenburg.Die Aufgabengebiete beim DRK sind breit gefächert. Im Wesentlichen gliedern sie sich in Bereitschaftsdienst, Jugendarbeit und Wohlfahrts- und Sozialarbeit.
Letztere Kategorie ist die vielfältigste. In diesen Bereich fallen etwa Dienst bei Kleiderkammer, Blutspende oder auch Einkaufshilfe.
