HUDE - Mit einem Feuerwerk aus Wortwitz, Ironie, mitreißenden schaurigen und auch nachdenklichen Geschichten startete am Dienstag in Hude das Erzählfestival „Mundwerk“ des Kommunalverbundes Niedersachsen-Bremen.

An vier Spielstätten auf dem Gelände des Klosterbezirks erwarteten acht Erzählerinnen und Erzähler ihr Publikum, um es in ihre ganz eigene Welt zu entführen und Appetit zu machen auf die folgenden zwölf Tage mit insgesamt mehr als 40 Veranstaltungen von Nordenham bis Bassum.

Da ging es blutrünstig und schaurig zu, wie bei der Erzählerin Helga Bürster, die ausdrucksstark und anschaulich von einem Bremer Nonnenmord berichtete. Romantisch wurde es dagegen bei Geschichtenhändlerin Julia Klein, die die Zuhörer mit einer Liebesgeschichte in ihren Bann zog.

Mit auf sein „Gespensterschiff“ nahm Mathias Illing vom Duo „Audiocouch“ das Publikum nur bei Kerzenschein und Kaminfeuer. Seine einfühlsame Erzählweise gepaart mit akustischen Perspektivwechseln und zeitlichen Verschiebungen von Klanggebilden aus dem Lautsprecher (Ton: Jan Barahona Munoz) ließen den Zuhörer manchmal regelrecht aufschrecken.

Humorvoller ging es mit Raymond die Boestert und Musikantin Susanne Schrenk zu, die Geschichten und Lieder von Reisen auf den Weltmeeren erzählten und sangen.

Extra für die erste Spielstätte in Hude hatten „Engelchen“ Petra Sechting und „Teufelchen“ Christoph Meyer eine schaurig-schöne Geschichte rund um die Entstehung und den Niedergang des Huder Klosters einstudiert, die sie im Dunkeln zum Besten gaben.

Im Rahmenprogramm der Auftaktveranstaltung überraschte Marcus Jeroch, Berliner Wortakrobat mit einsteinischem Erscheinungsbild, die Zuhörer mit ironischen Wort-Neuschöpfungen, Lautmalereien und vertauschten Buchstaben und erntete dabei reichlich Applaus. – Ein rundum gelungener Auftakt, der Lust macht auf mehr. zum Beispiel einen Halloween-Abend im Bauernhaus.

Infos unter:

www.mundwerk-nordwest.de