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Fotografie Bis Paul Schockemöhle ausgespielt hat

Stephan Onnen

HUDE - Ob die Schwebefähre Osten-Hemmoor, das Deutsche Pferdemuseum in Verden oder der Rhodopark in Westerstede: Der Huder Fotograf Michael Stephan hat in den vergangenen Monaten den Nordwesten ausgiebig kennen gelernt. Für eine Wanderausstellung im Auftrag der Metropolregion Bremen-Oldenburg hat er 30 Menschen – von einer Matrosin bis zum Theaterintendanten – fotografiert. Mit ihrem Konterfei geben Stephans Modelle ihre persönliche Empfehlung für Ausstellungen, Theater, Museen, Naturerlebnisse und viele weitere Entdeckerziele.

Zoodirektorin wirbt für Hude

Die Besonderheit an dem Konzept ist, dass die Empfehlung nicht für die eigene Attraktion gilt, sondern immer für ein jeweils anderes Ziel in der Region. So wirbt zum Beispiel die Leiterin vom „Zoo am Meer“ in Bremerhaven, Heide Kück, für einen Besuch der „imposanten Ruinen“ des Zisterzienser-Klosters in Hude.

Die Open-Air-Ausstellung umfasst acht Aufsteller. Auf den jeweils vier Seiten sind die 1 x 2 Meter großen Fotodrucke sowie zwei Tafeln mit Informationen zur Metropolregion Bremen-Oldenburg zu sehen. Seit dem vergangenen Freitag sind die Motive auf dem Rathausplatz in Delmenhorst der „Hingucker“.

Das Konzept für die Ausstellung hatte Michael Stephan bereits vor zwei Jahren mit Blick auf Oldenburgs Kür als „Stadt der Wissenschaft“ entwickelt. Doch als der Huder damit in der Huntestadt nicht landen konnte, griff Birgit Lohstroh, Geschäftsführerin der Stadtmarketing Delmenhorst GmbH, seine Idee für die Metropolregion auf und übernahm die Projektleitung. Von seinen Auftraggebern bekam Michael Stephan eine Liste mit den Namen der zu fotografierenden Personen, für die künstlerische Umsetzung sorgte der 54-Jährige selber. „Ich habe mich mit den Leuten vor Ort getroffen und meistens spontan entschieden, wie die Bildgestaltung aussehen soll“, berichtet Stephan. „Für die Aufnahmen haben wir teilweise nur ein paar Minuten benötigt“, sagt der Fotograf. Die längste Fotosession dauerte etwa eine halbe Stunde – und das war auch nur der Tatsache geschuldet, dass Michael Stephan beim Termin mit Springreiterlegende Paul Schockemöhle zunächst zehn Minuten am Nachbartisch wartete, bis der Pferdezüchter ein Kartenspiel beendet hatte.

Pure Fotografie

Von Stephans Arbeitsweise war ein anderer Prominenter ziemlich überrascht. Moderator Lutz Ackermann lichtete er in dessen Geburtsstadt Brake vor dem Telegrafenmasten des Schifffahrtsmuseums ab. „Mein Fotograf hätte mindestens 180 Bilder gemacht“, staunte Ackermann. Dass Michael Stephan deutlich weniger brauchte, hat nichts mit Zeitdruck oder mangelnder Sorgfalt zu tun. Im Gegenteil: Wenn er fotografiert, weiß er genau, was er will. Er hat die Gabe, das scheinbar Zufällige ebenso gekonnt wie zielstrebig zu inszenieren. Als „pure Fotografie“ bezeichnet er seine Arbeiten. Intuitiv drückt er eine Zehntelsekunde früher auf den Auslöser, bevor seine Modelle – wie bestellt – in die Kamera lächeln. So schafft er es, seinen Bildern Natürlichkeit und Bewegung zu verleihen.

Die Metropolregion ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Michael Stephan habe seine Idee, eine Region, die über ihre gewachsenen Grenzen hinausgeht, sichtbar zu machen, herausragend umgesetzt. Positiver Nebeneffekt für den Huder: Es haben sich interessante Anschlussaufträge ergeben. Denn: Fotografieren ist eine Frage des Vertrauens. Das hat sich Stephan erworben.

Ihr gehören Kommunen, Wirtschaftskammern sowie die Bundesländer Bremen und Niedersachsen an. Die offizielle Anerkennung erfolgte am 28. April 2005 durch die deutschen Ministerkonferenz für Raumordnung. Die Metropolregion will Motor für die wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Entwicklung sein.

Die Wanderausstellung mit dem Titel „Frischköpfe on Tour“ soll als „Roadshow“ durch die gesamte Region geschickt werden. Sie wird als nächstes im Lesesaal in der Wandelhalle in Bad Zwischenahn und auf der Plaza in Bremerhaven zu sehen sein.

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