HUDE - Gästeführerinnen Edeltraut Wachtendorf und Erika Siemers haben sich zum Auftakt ihrer Radtouren am Sonnabend, 17. April, das Lutherstift Falkenburg ausgesucht. Bei dem Besuch wollen sie auf die Geschichte der Gebäude eingehen, deren Wurzeln nach Hude führen.
Geplant sind Führungen durch das ehemalige Amtshaus, den Seminarraum, die Laurenziuskapelle und die Bibelscheune, in der eine Sammlung seltener Bibeln zu sehen ist. Wie Wachtendorf mitteilt, soll die Gruppe in der Einrichtung der evangelischen Gemeinde über die vielschichtigen Aufgaben erfahren. Auch die „Kräuterspirale“ in den Außenanlagen sei sehenswert.
Das Haupthaus des Lutherstifts sei 1824 als Amtshaus für die Gemeinden Hude und Ganderkesee – auf halbem Weg zwischen den Gemeinden – erbaut worden. Bis 1857 sei Hude von dort verwaltet worden, so Wachtendorf. „Nach der Überlieferung soll der Amtsdiener die Gelder aus der Amtskasse einmal in der Woche mit der Schubkarre von Falkenburg nach Oldenburg zur Großherzoglichen Kammer geschoben haben“, erzählt Wachtendorf.
Blicke durchs Astloch
Der Bremer Verein für Gesundheitspflege habe das Haus 1904 gekauft und es zur Freikörperkultur im „Luftbad“ genutzt. „Es gab einen Bretterzaun, aber die Jugend soll die Astlöcher für neugierige Blicke genutzt haben“, so Wachtendorf.
1934 dann habe der aus Peru heimkehrende Johann Hagestedt das Anwesen gekauft. Er ließ das Amtshaus in Rosa anstreichen und legte einen eigenen Park an. Dabei soll er 2000 Buchen gepflanzt haben.
Diakonie kauft Gebäude
Nach seinem Tod habe die Diakonie mit der Hannoverschen evangelischen Landeskirche 1958 das Haus als Brüderhaus und zur Diakonieausbildung übernommen. Heute seien die Aufgaben erweitert.
Eine Anmeldung für die Fahrradtour ist nicht erforderlich. Die Gruppe trifft sich um 14 Uhr am Schützenplatz. Es wird ein Beitrag von 3,50 Euro erhoben. Weiter Informationen gibt es bei Edeltraud Wachtendorf unter 044 08/67 20.
