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Geburtstag Zeugin eines ganzen Jahrhunderts

Merle Strudthoff

HUDE - Sie hat beide Weltkriege miterlebt, drei deutsche Regierungssysteme überlebt und bereits mit drei verschiedenen Währungen ihre Einkäufe bezahlt: die Huderin Berta Hullen vollendete am vorigen Sonnabend ihr 101. Lebensjahr. Und auch wenn sie älter ist, als Albert Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie oder das in der Medizin so wichtige Penizillin, kann Berta Hullen noch immer mit kräftiger Stimme „Prost“ in die Runde rufen.

„Kinder seid Ihr jung“

Die war an ihrem Geburtstag verständlicherweise groß, denn alle wollten mit der sympathischen alten Dame feiern. Von offizieller Seite allen voran der stellvertretende Bürgermeister Peter Zwiener, der wie ein alter Freund auf die Geburtstagsrunde im Seniorenzentrum Hude traf. Im Gepäck hatte Zwiener eine historische Lokalzeitung vom 23. April 1910, dem Geburtstag Hullens. Nach einer kurzen gemeinsamen Durchsicht wurde den Geburtsgästen und der Gastgeberin klar: „Damals hatten die Menschen auch schon ihre Probleme mit Massentierhaltung!“

Auch Hullens Kinder Gerd Hullen und Marianne Struthoff nahmen an der Feier teil. „Sie sagt immer: ‚Kinder, was seid ihr jung!’“, erzählte der 71-jährige Sohn, „dabei würde wohl sonst niemand 70 Jahre als jung ansehen“. Tatsächlich liegen aber immerhin dreißig Jahre zwischen den beiden, so dass Peter Zwiener zurecht ergänzte: „Es kommt eben immer auf die Sichtweise an.“

Unter den Gratulanten befand sich an Stelle des Landrats dessen Stellvertreter Ernst-August Bode. Er überreichte im Hude Seniorenzentrum einen Blumenstrauß und eine Urkunde, die der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister unterzeichnet hatte. „Na sehen Sie mal, als Sie geboren wurden, hat der Kaiser solche Urkunden noch unterschrieben“, bemerkte Zwiener zutreffend an. Teil der gut gelaunten Geburtstagsrunde waren auch Pastor Reinhard Arndt von der ev.-luth. Kirchengemeinde Ganderkesee sowie Jan-Gerd Habers und Veronika Barkemeyer vom Ortsverein Kirchkimmen. Barkemeyer kann sich noch gut an Berta Hullens Zeit in ihrer Heimat in Schönemoor erinnern: „Wenn Sie die Straße entlanggelaufen ist, hielt jeder, der vorbeikam, erst einmal an und hat mit ihr geschnackt“.

Älteste im ganzen Heim

„Sie könnte ja Ehrenbürgerin von Schönemoor werden“, schlug Zwiener augenzwinkernd vor. Auch wenn daraus nichts wird, hat sie zumindest einen anderen Titel schon inne: Die derzeit zweitälteste Huderin ist die älteste Bewohnerin des Seniorenzentrums und damit so etwas wie die „Präsidentin“ des Heims.

Da winkte die 101-jährige zwar bescheiden ab, hörte aber gerührt zu, als die Geburtstagsrunde spontan beschloss, ihr ein Ständchen zu singen. Anschließend ließ sich auch Berta Hullen es sich nicht nehmen, einige Zeilen aus einem Lied über ihr geliebtes Schönemoor zum Besten zu geben. Igendwie hatte am Ende niemand einen Zweifel, dass diese lustige Geburtstagsgesellschaft auch in den nächsten Jahren wieder zusammentreffen wird.

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