HUDE - Wer genießen möchte, ist in der Huder Klosterschänke gut aufgehoben – nicht nur wegen der Gaumenfreuden. Etwas für hintersinnige Feinschmecker sind auch die sieben Gemälde an den Wänden des Restaurants. Blickfang gleich im Eingangsbereich ist ein wahrlich diabolisches Werk: „In der Not frisst der Teufel Fliegen“ ist die Acryl-Malerei überschrieben. Und bei genauerer Betrachtung offenbaren sich über dem verschlagen dreinblickenden Leibhaftigen kurze, verspielte Verse – keine satanischen zwar, wohl aber doppeldeutige Wortspielereien.

Die Malerei stammt vom Oldenburger Grafikdesigner und Illustrator Norbert Egdorf, die Texte von der Redakteurin und Autorin Laelia Kaderas, ebenfalls aus Oldenburg. Das kreative Duo hat sich vor rund einem Jahr zusammengetan, um bildende Kunst und Wortkunst zu kombinieren. Als gemeinsames Thema wählten die Künstler, die sich beim „Tag des offenen Ateliers“ kennen gelernt hatten, Essen und Trinken aus – „damit können alle etwas anfangen, jeder hat dazu Assoziationen“, sagt Laelia Kaderas.

Ihre Ausstellung haben Kaderas und Egdorf mit „Tafelfreuden“ betitelt – nicht etwa, weil die Wort-Gemälde in dem gleichnamigen Oldenburger Restaurant erstmals gezeigt wurden, sondern weil sich in dem Titel „Genuss, Sinnlichkeit, Geselligkeit, Freude und Humor vereinen“, sagt Laelia Kaderas. Den Kontakt zum Huder Gastwirt Jens Burgdorf hat Kaderas im November geknüpft, als sie in der Klosterschänke als Mitglied der Autorengruppe „Wortstatt“ an einer Lesung teilgenommen hatte. Burgdorf war von der Idee, die Werke bis Ende Februar in seinen Räumen zu präsentieren, sofort begeistert. „Das passt wunderbar zusammen.“

Wie beim Essen sollte man sich auch als Bildbetrachter Zeit lassen und genießen: Um die ins Gemälde integrierte Schrift zu entziffern, muss man den Bildern nahe kommen, und dann lassen sich viele zeichnerische Details erkennen. Ein Beispiel ist das Werk „Bel und Back, die beiden“, das eine Zwiebel und eine Zwiebackschachtel zeigt. Doch statt des lächelnden Kindes ist auf der Verpackung ein altes Gesicht zu sehen. Aus der Schachtel, auf der als Marke „Verbrandt“ steht, fliegen zwei Toasts.

Text und Bild befruchten sich gegenseitig: Kaderas verfügt über sehr viele Texte zum kulinarischen Thema, davon hat sich Egdorf gerne inspirieren lassen. Und umgekehrt hat sich die Texterin auch von fertigen Bildern des Malers dazu animieren lassen, Verse zu schmieden. Auf diesem Weg wollen sie weitergehen: „Wir haben noch einen Riesen-Fundus an Ideen“, sagt Norbert Egdorf.