HUDE - In Hude wird auch in diesem Jahr Anfang September das Bürgerfest unter der Regie des Gewerbe- und Verkehrsvereins gefeiert. Dieser von der Mitgliederversammlung am Dienstagabend im Gasthof Burgdorf gefasste Beschluss ist beileibe keine Selbstverständlichkeit. Eine Zeit lang sah es sogar so aus, als würde die Traditionsveranstaltung auf der Kippe stehen.
Die Gründe erläuterte 1. Vorsitzender Andreas Otte: „Die Ordnungsbehörden haben uns deutlich gemacht, dass die Veranstaltung so wie bisher nicht mehr genehmigt wird.“ So habe im Vorjahr die Parksituation am Festsonntag aus Sicht von Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt für gravierende Probleme gesorgt.
Rettungsdienst zugeparkt
Während des Flohmarkts sei zeitweilig sogar die Zufahrt zur DRK-Rettungswache und zum Feuerwehrhaus zugeparkt gewesen. Als Konsequenz daraus haben die Genehmigungsbehörden laut Otte dem Gewerbe- und Verkehrsverein aufgetragen, die abzusperrende Veranstaltungsfläche auf der Parkstraße erst ab der Königstraße beginnen zu lassen. Alternativ könne der Bereich bis zum Autohaus Bartels (Auf der Nordheide) ausgedehnt werden.
Zudem stößt die Auflage, die Sperrstunde in der Nacht zum Sonntag relativ früh einläuten zu müssen, dem Gewerbe- und Verkehrsverein sauer auf: Um 3 Uhr muss die Musik abgestellt, um 4 Uhr der Ausschank beendet sein. Die mit rund 30 Mitgliedern gut besuchte Versammlung beschloss dennoch bei nur einer Nein-Stimme, das Bürgerfest trotz der Einschränkungen auszurichten. Ergänzt wurde das Votum durch eine deutliche Mahnung: „Wenn es nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen, dann ist Schluss und wir werden für 2013 die Reißleine ziehen“, kündigte Kassenwart Jürgen Kikker an. Mit 5000 Euro finanziert der Gewerbe- und Verkehrsverein das Bürgerfest.
Weihnachtsaktion bleibt
Ein noch größerer Posten im Haushalt für 2012 ist die mit 12 000 Euro kalkulierte Weihnachtsaktion: Die soll nach bewährtem Muster – dem Aufstellen von mit Lichterketten geschmückten Tannenbäumen, einem großem Baum auf dem Bahnhofsvorplatz und dem Lichterabend – wieder stattfinden. Allerdings soll sich der Vorstand bemühen, bei der Finanzierung die Gemeinde und die Touristik-Palette mit ins Boot zu holen. Das beschloss die Mitgliederversammlung bei vier Enthaltungen. „Wir sind Alleinzahler für etwas, was von allen als toll für den Ort empfunden wird. Rund 75 Prozent unserer Mitgliedsbeiträge fließen in die Weihnachtsaktion“, verdeutlichte Kikker. „Wenn keiner bereit ist, uns zu unterstützen, werden wir Ross und Reiter nennen.“ Er hofft aber weiterhin darauf, „dass die Vernunft siegt“.
Erneutes Minus
Anlass, Bürgerfest und Weihnachtsaktion auf den Prüfstand zu stellen, gaben die Bilanzen der beiden vergangenen Jahre: 2010 schloss der Gewerbe- und Verkehrsverein mit einem Minus von knapp 6400 Euro ab, 2011 wurden rund 4500 Euro Verlust gemacht. Dadurch schmolz das Eigenkapital auf rund 17 800 Euro zusammen.
