HUDE - „Axel, Du musst etwas richtig gemacht haben“ – Pfarrer Reiner Backenköhler wertete die vollen Bankreihen in der St. Elisabeth-Kirche am Sonntagmorgen als Zeichen der Dankbarkeit der Gemeinde für das fast 30-jährige Wirken seines Amtskollegen Axel Tegtmeyer. Der 63-jährige Seelsorger wurde mit einem feierlichen Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. Bischof Jan Janssen segnete „Bruder Axel“ und wünschte ihm viel Freude in der „von dienstlichen Pflichten befreiten Zeit.“
Janssen ging dabei auch auf Tegtmeyers löbliche Eigenschaft ein, sich selbst nicht gern in den Mittelpunkt zu stellen. „Dem könnte ich beipflichten, aber diesmal geht es nicht um Ruhm, sondern darum, Danke zu sagen und zu würdigen, was ein Pastor trotz halber Stelle mit ganzem Herzen geleistet hat.“ Axel Tegtmeyer, der 1983 seine Arbeit in Hude aufgenommen hatte, war 1995 – nach einer fünfjährigen Pause als „Hausmann“ – mit einer halben Pfarrstelle wieder eingestiegen. Schon Jesus habe von einer handfesten Tätigkeit mit einer halben Menge an Material gesprochen, erinnerte Bischof Jan Janssen.
Dass sich bei einem Pastor kein Feierabendgefühl einstellen kann, hat Tegtmeyer nicht gestört: „Ich möchte nicht erhalten, was ich verdiene, sondern gütig von Gott behandelt werden“, sagte er in seiner Predigt. Tegtmeyer nahm Bezug auf das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, in dem der Herr für ungleiche Arbeitszeit den identischen Lohn zahlt. „Gottes Zahlungsmittel ist nicht Geld, sondern Güte. Wir leben von dem, was uns geschenkt wird an Güte, Liebe und Vertrauen“, predigte Tegtmeyer.
An dem Gottesdienst waren auch seine Huder Kollegen – Reiner Backenköhler, Udo Dreyer und Michael Lupas, der Tegtmeyers halbe Stelle „erbt“ – sowie Kirchenälteste beteiligt. Die „Huder Gospelsingers“ und der Catherinenchor sorgten für den musikalischen Rahmen. Kreispfarrer Dietrich Jaedicke überreichte die offizielle Urkunde, die Tegtmeyer von seinen Dienstpflichten befreit. „Im Pfarrkonvent bist Du uns aber immer herzlich willkommen“, warb Jaedicke.
Als Geschenk für seine Verabschiedung wünschte sich der Seelsorger eine Spende für das aus der Mitte der Huder Kirchengemeinde durch Wolfram Hartrampf gegründete Kinderhaus „Frieda“ in Togo. Dem westafrikanischen Aids-Waisenhaus, für das sich Axel Tegtmeyer künftig verstärkt einsetzen möchte, kam auch die Kollekte zugute. Viele Begleiter seiner Arbeit nutzten nach dem Gottesdienst die Gelegenheit, um ihm bei einem Empfang in der Pastorei persönlich zu danken.
