HUDE - „Mama, frühstückt der Ritter Rost wirklich Büroklammern?“, wundert sich ein kleines Mädchen in der vordersten Zuschauerreihe. Die Frage kommt nicht von ungefähr: Schließlich wirkt an diesem Freitag in der „Ritter Rost“-Aufführung der von Sabine Hermann geleiteten Musical-AG in der Grundschule Jägerstraße vieles echt. Dafür sorgt die tolle Bühnendekoration, die sich ratzfatz vom Burgsaal in eine Zirkusmanege verwandelt. Überall herrscht mittelalterliche Atmosphäre: Die Wände ziert eine Ahnengalerie mit ritterlichen Recken, über der Bühne hängen Schilde – die ebenso von allen Schülern selber gestaltet worden sind wie die Requisiten, Kostüme, Eintrittskarten und Werbeplakate für das Musical. „Die ganze Schule war daran beteiligt“, lobt Rektorin Margareta Schledde den Gemeinschaftsgeist.

Liebling der jungen Zuschauer ist der freche Drache Koks (mitreißend fröhlich verkörpert von Tom Hermann), der in einem Zirkus mit Artisten (Svenja Voelsen und Jannik Hackmann), einem Bauchredner (Melina Kügler), einem Vampir (Jasmin Strangmann) und dem Werwolf Mies (Merve Mert) um die Gunst des Publikums wetteifern muss. Der eine stachelt den anderen so lange an, bis Koks mit einem mächtigen Feuerstrahl zum Entsetzen des Zirkusdirektors (Julian Stratmann) und der Eisverkäuferin (Fenna Möhring) den Zirkus in Brand setzt. Das Feuer kann mit Hilfe eines Elefanten (Darlene Christians) und des pustenden Publikums gelöscht werden. Während der ängstliche Ritter Rost (Anna-Sophie Stephan) als Drachenjäger versagt, springt das tapfere Burgfräulein Bö (Amy Punschke) ein – ermutigt von ihrem sprechenden Hut (Felix Jarosch) und dem Roboter-Diener (Yasamin Nouri). Nach einem hörenswerten Schimpfwörter-Schlagabtausch zähmt Bö den Drachen. Nachdem Koks ein Jahr lang zur Strafe lästige

Pflichten erfüllt hat, wird er zum Reserve-Ritter geschlagen...

Musikpädagogin Sabine Hermann ist mit der Vorstellung ihrer Schützlinge restlos zufrieden. Seit Beginn des Halbjahres hatten die jungen Darsteller, zu denen auch zwei Schülerinnen der Grundschule Hude-Süd gehören, einmal pro Woche an dem Stück gefeilt und darüber hinaus auch oft Zuhause geübt. „Es war zum Teil sehr anstrengend, weil viel Text dabei war“, sagt Sabine Hermann.

Riesiger Applaus und Zugabe-Rufe sind am Freitag der verdiente Lohn.