HUDE - Die Huder Bilderschau ergänzt die in Bookholzberg. Zwei weitere Ausstellungen in Vielstedt und Ganderkesee werden noch folgen.

Von Matthias Kosubek

HUDE - Das „Jagdfieber“ habe sie und die anderen Mitglieder der Gesellschaft der Freunde des Hasbruchs gepackt, gestand Vorsitzende Erika Roselius ein, als am vergangenen Sonnabend in der Huder Volksbank die zweite von insgesamt vier Ausstellungen mit Werken von Ludwig Fischbeck eröffnet wurde. Rund 300 Bilder des „Alten vom Hasbruch“, wie der am 23. November 1954 im Alter von 88 Jahren in Hohenböken gestorbene Maler auch genannt wurde, haben die Hasbruch-Freunde in den vergangenen Monaten ausfindig gemacht. Auf entsprechende Zeitungsaufrufe haben sich, wie 2. Vorsitzender Gerd Timmermann berichtete, fast 150 Besitzer von Fischbeck-Arbeiten gemeldet. Etwa 100 von ihnen hätten Mitglieder eines Arbeitskreises inzwischen besucht und dabei ca. 250 Bilder fotografiert und katalogisiert. Für die Ausstellungen, die anlässlich des 140. Geburtstages des Malers stattfinden, wurden 70 Werke ausgewählt. Ein herzliches Dankeschön richtete Timmermann an alle Besitzer, die eines

oder mehrere Bilder zur Verfügung gestellt haben. Besonders willkommen hieß er unter den 45 Gästen den Vizepräsidenten der Oldenburgischen Landschaft, Ernst-August Bode.

Für die eine Woche zuvor in der Volksbank-Filiale in Bookholzberg eröffnete Ausstellung (die NWZ berichtete) wurden 35 Werke ausgewählt, überwiegend Radierungen und Darstellungen alter Höfe der Region. In Hude hingegen sind rund 30 Ölbilder mit Landschafts-Motiven zu sehen, die Fischbeck in und am Hasbruch gefunden hat. Beide Ausstellungen laufen bis zum 20. Oktober. Am 14. Oktober wird eine dritte Bilderschau im Vielstedter Bauernhaus eröffnet, am 16. eine vierte im neuen Ganderkeseer Rathaus. Die Gemeinde selbst ist auch deshalb im Besitz einiger Fischbeck-Werke, da der oftmals „klamme“ Künstler, wie Timmermann erzählte, seine gemeindliche Steuerschuld in Kunstwerken beglich. Auch private Rechnungen „bezahlte“ er auf diese außergewöhnliche Art.

Bankvorstand Jürgen Kikker als Hausherr zitierte in seiner Begrüßungsrede den in Oldenburg geborenen Philosophen Karl Jaspers (1883-1969): „Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde“. Das gelte sicher auch für Fischbeck.

Ausführlich skizzierte anschließend Krimhild Stöver Leben und Werk des 1866 in Oldenburg geborenen „Hofkunsthändlers und Landschaftsmalers“, der an der Akademie in München studierte, als „Ritter Quast“ Mitglied der Oldenburger „Schlaraffia“ war, freundschaftliche Kontakte zum Großherzoglichen Haus Oldenburg pflegte und im Alter von 54 Jahren nach Hohenböken zog.