Hude - Drei Taufen und eine Geburt: Ein außergewöhnlicher Gottesdienst fand am Sonntag in der Huder St. Elisabeth-Kirche statt. Drei Kinder wurden im Verlauf des regulären Gemeindegottesdienstes getauft. Zugleich schlug die Geburtsstunde des neuen Ortsverbandes der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. in Hude. Andreas Feige erhielt als ehrenamtlicher Ortsbeauftragter der Johanniter den kirchlichen Segen von Dr. Stefan Welz, Regionalverbandspfarrer der Johanniter.
Erste Hilfe für die Seele
Pastor Udo Dreyer, der den Gottesdienst hielt, erinnerte in seiner Predigt an die Geschichte vom barmherzigen Samariter. „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“, das sei die Quintessenz dieser Geschichte. Das gab er auch den Täuflingen, ihren Eltern und Paten mit auf den Weg.
„Was beim Samariter der Esel war, ist heute der Rettungswagen mit Blaulicht“, sagte Dreyer und schlug so den Bogen zu den Johannitern. Dabei gehe es nicht nur um medizinische Hilfe, sondern auch um Erste Hilfe für die Seele.
Während die Johanniter hauptamtlich seit etwas mehr als zwei Jahren den Rettungsdienst in Hude fahren, wollen sie sich ehrenamtlich weiteren Betätigungsfeldern, wie der psychosozialen Notfallversorgung widmen. Es geht dabei um die seelische Betreuung von Angehörigen und Zeugen, von Unfallopfern und Rettungskräften nach besonders belastenden Einsätzen. Aus einem Seminar zu diesem Thema, das die Johanniter erstmals in Hude angeboten hatten, ist ein Team von zwölf aktiven Ehrenamtlichen entstanden, die in naher Zukunft ihre Ausbildung abschließen werden. Das berichtete Johanniter-Regionalvorstand Wilfried Barysch.
Und aus dieser Gruppe hochmotivierter Ehrenamtlicher kommt auch der neue Ortsbeauftragte Andreas Feige. Er hatte seine Frau Petra zu dem Seminar begleitet und war sofort „mitgerissen“. Und Feige erklärte sich bereit, eine Führungsaufgabe im neuen Ortsverband zu übernehmen. „Bei Herrn Feige wussten wir sofort: Das passt“, so Regionalvorstand Barysch.
Beruflich ist Feige bei der Bundesagentur für Arbeit tätig. Der 62-jährige Huder freut sich auf die neue ehrenamtliche Aufgabe.
Der 21. Ortsverband
Hude ist der 21. Ortsverband im Regionalverband Weser-Ems der Johanniter. Laut Wilfried Barysch gibt es neben der aktiven Helferschaft in Hude bereits 398 fördernde Mitglieder.
Auf der Suche ist der Ortsverband derzeit nach einem Domizil für seine Ehrenamtlichen. Sie sollen getrennt von der hauptamtlich besetzen Rettungswache agieren. „Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee. Wir sind für alle Vorschläge offen“, sagte Barysch auf dem Empfang, der im Anschluss an den Gottesdienst im Huder Kulturhof stattfand.
Im Landkreis Oldenburg sind die Johanniter seit 1962 aktiv. Damals hat der Ortsverband Ahlhorn einen ersten Krankenwagen angeschafft und damit den Grundstein für den Rettungsdienst in seiner heutigen Form gelegt. Bürgermeister Holger Lebedinzew hieß den neuen Ortsverband der Johanniter in Hude willkommen. Er sprach von einer ungewöhnlichen Entwicklung und spielte damit auf den Wechsel des Rettungsdienstes vom DRK zu den Johannitern an. Lebedinzew wünschte sich, dass alle Hilfsorganisationen miteinander einen fairen Umgang pflegen und kein ungesunder Wettbewerb vor Ort entstehe. Es gehe darum, bestehende Angebote zu ergänzen oder zu erweitern.
Derweil hat das landkreisweit agierende Kriseninterventionsteam (KIT) der Malteser dem neuen Team für Krisenintervention und Einsatznachsorge bei den Huder Johannitern schon mal eine künftige Zusammenarbeit angeboten. Das berichtete Pastor Udo Dreyer, der zugleich Koordinator für Notfallseelsorge ist, am Rande des Empfangs am Sonntag.
