HUDE - Aus der Historie Hudes sind die Zisterzienser nicht wegzudenken: 1232 hatten Mönche des Ordens das hiesige Kloster gegründet und damit das Fundament für die Entstehung des Ortes Hude gelegt. Heute, 777 Jahre später, kehrten die Mönche – in Gestalt derer Nachfolger – in die Klostergemeinde zurück, um in der gut besuchten St. Elisabethkirche über ihren Orden zu informieren. Der äußerst lebendige und mit gekonnt platzierten Pointen angereicherte Vortrag von Prior Prof. Dr. Maximilian Heim setzte der 777-Jahr-Feier einen würdigen Schlusspunkt.

Das Bild, welches der Vorsteher des erst 1988 gegründeten Klosters Bochum-Stiepel von seinem Orden zeichnete, war ein überraschend modernes. „Wir betreiben nicht mehr Ackerbau und Viehzucht – wir sind keineswegs anachronistisch“, so Prior Maximilian Heim. Zwar besitze die Maxime „Ora, lege et labora“ (Bete, lies und arbeite) noch immer Gültigkeit, jedoch „fragen wir uns ständig, wie Arbeit heute aussehen kann“.

Neben allen im Kloster anfallenden Arbeiten wie Kochen, Waschen, Gartenarbeit, Verwaltung und dem Studium widmen die Zisterzienser einen großen Teil ihrer Zeit der Seelsorge. Im Kloster gelte das Subsidiaritätsprinzip, erklärte Heim: „Jeder kümmert sich um seinen eigenen Bereich und jeder muss auch den des anderen akzeptieren.“

Eine zentrale Fragestellung der Zisterzienser ist die Übertragung des Evangeliums in die heutige Zeit. So lebe man in Stiepel die Ökumene, indem man Freundschaften zu Theologen aus anderen Glaubensrichtungen pflege, berichtet der Prior des Klosters. Auch das Huder Publikum sei in Stiepel herzlich willkommen zu einer ökumenischen Wallfahrt.

Im Anschluss an den Vortrag schlossen die Mönche mit liturgischen Gesängen zum Abschluss der 777-Jahr-Feier auf eindrucksvolle Weise den Kreis zu Hudes Ursprüngen im Mittelalter.