HUDE - Fußball spielen oder doch lieber lesen? Für Malte Ennen ist das keine Gewissensentscheidung, sondern eine, die er vom Wetter abhängig macht. „Wenn die Sonne scheint, gehe ich raus und treibe Sport. Regnet es, nehme ich mir ein Buch und lese“, sagt der Zwölfjährige.
Faible für Abenteuerfilme
Momentan bevorzugt der Schüler die Abenteuer der Drei-Fragezeichen-Detektive Peter, Bob und Justus. Die findet er „extrem spannend“, weswegen sie auch zu seinen Lieblingsbüchern zählen. Für die Teilnahme am Vorlesewettbewerb der Haupt- und Realschule Hude am 14. Dezember wählte er eine Textpassage aus dem Band „Nacht unter Wölfen“ aus. Sie hat ihm Glück gebracht: Malte hat sie fehlerfrei vorgelesen und anschließend den ersten Platz belegt. Als Sieger durfte er sich auch gleich ein neues Buch aussuchen. Da aber keine ungeklärten Fälle der Drei-Fragezeichen zur Auswahl standen, hat sich der Sechstklässler für ein geheimnisvoll aussehendes Cover mit einem Mädchenkopf entschieden. Das Buch heißt „Pangea“. Von den Autoren Andreas Schlüter und Mario Giordano hatte der Krimifan bislang allerdings noch nie etwas gehört. Ihm habe der Klappentext gefallen: „Huans Rücken schmerzte unter der Last des Rucksacks mit der Zeitbombe. Die zwei Stunden, die er dem gigantischen Oktopus schon folgte, kamen ihm vor wie ein ganzer Tag...“, liest Malte vor und urteilt dann: „Ich finde, das hört sich ziemlich spannend an.“ Zum Lesen der neuen Lektüre ist er noch nicht gekommen. Das wolle er nun in den Weihnachtsferien nachholen. Das Wetter biete sich ja eh nicht besonders zum Fußballspielen an und auch das Fernsehprogramm reize ihn nur wenig, weil da eh nur „jede Menge Schrott“ gesendet werde. Ausnahmen macht Malte lediglich bei Abenteuerfilmen: „Indianer Jones, Fluch der Karibik oder Harry Potter fand ich toll.“ Auch Formel-Eins-Rennen schaut er sich regelmäßig an. Die seien nämlich ähnlich aufregend wie ein Krimi.
Berufswunsch: Fußballer
Über die Frage, wie sich die Leidenschaft fürs Bücherlesen entwickelt habe, hat sich Malte ebenfalls schon so seine Gedanken gemacht. „Meine Oma besitzt ziemlich viele Bücher, auch Kinderbücher“, erzählt er. Sie habe – als er noch ganz klein war – mit dem Enkel das Lesen geübt. „Bei ihr musste ich laut vorlesen.“ An Michel aus Lönneberga könne er sich noch erinnern. Später kamen Ronja Räubertochter und weitere Geschichten von Astrid Lindgren hinzu. „Ich konnte schon im Alter von vier Jahren lesen“, ist er stolz.
Dass ihm Lesen wichtig ist, verheimlicht Malte nicht. Bei seinen sportbegeisterten Freunden eckt er nicht mit dem Hobby an, schließlich teilt er beides gleichgerecht auf. „Ich kann mir vorstellen, später sogar Fußballer zu werden.“ In diesem Berufswunsch unterscheidet er sich wohl kaum von anderen Gleichaltrigen.
