HUDE - Wenn im Oldenburger Land Kinder über die Ferien oder am Wochenende zu ihren Großeltern oder anderen Verwandten fahren, dann sind sie oft in nur wenigen Stunden da. Wenn die Kinder des Kinderhauses Frieda in Lomé, der Hauptstadt Togos, ihre Familie besuchen, dann gleicht die Fahrt nicht selten einer Weltreise.
Die spannende Fahrt quer durch das westafrikanische Land ist nur einer der prägenden Eindrücke, die Katharina Konukiewitz am Freitag in der Pastorei schildern konnte. Als „weltwärts“-Freiwillige hatte die Studentin ein Jahr im Kinderhaus, das vom Arbeitskreis Hude/Delmenhorst des Vereins für Deutsch-Afrikanische Zusammenarbeit (DAZ) unterstützt wird, verbracht. Erst vor kurzem zurückgekehrt, schilderte sie ihre noch frischen Eindrücke auf der alljährlichen Info-Veranstaltung in der Pastorei: Von der landesweit unterschiedlichen Herstellung des traditionellen Hirsebieres über die Regenzeit, die dem Kinderhaus einen eigenen See beschert hatte, bis hin zum weihnachtlichen Krippenspiel.
Rund 60 Paten Hude und Umgebung unterstützen einzelne Kinder oder auch das Gesamtprojekt. Immer wieder fährt zum Beispiel Wolfram Hartrampf nach Westafrika, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen und neue Projekte zu besprechen. 2011 waren das unter anderem der Neubau eines Gebäudes und umfassende Renovierungsarbeiten. In Lomé direkt wird also mit angepackt, aber auch aus der Ferne kommt viel Unterstützung für die Kinder, die zumeist ihre Eltern und näheren Angehörigen verloren haben und denen das Kinderhaus eine neue Chance bietet.
Von den zahlreichen, über das Jahr verteilten Aktionen berichtete Jutta Hartrampf: Durch Basare und Verkaufsstände ist einiges an Geld zusammengekommen. Einen unerwartet großen Geldsegen bescherte dem Unterstützerverein allerdings ein von FSJlern an der Peter-Ustinov-Schule organisierter Spendenlauf im Sommer: Die Kinder und Jugendlichen hatten insgesamt mehr als 12 000 Euro erlaufen, die nun in Togo investiert werden können.
