HUDE - Aus den Lautsprechern im Spiegelsaal der Jahnhalle tönt Musik. Die Mädchen stellen sich auf ihre Positionen. Regisseurin Rena Hengst zählt an, dann beginnt der Tanz. 19 Tänzerinnen der Ballettabteilung des TV Hude im Alter zwischen 16 und 18 Jahren stecken mitten in den Proben für das Stück „Glaube, Liebe, Hoffnung“, das ihre Trainerin entwickelt hat. Immer wieder üben die Tänzerinnen die Schritte, den Ausdruck und die Haltung zu den verschiedenen Choreographien.
Seit September 2011 arbeitet die Gruppe an dem Stoff. Jetzt, da die für Mitte Juni geplante Premiere näher rückt, „geht es in die heiße Phase“, sagt Rena Hengst. In den Osterferien wurde jeden Tag trainiert, nun treffen sich die Tänzerinnen und die Ballettlehrerin zweimal in der Woche und an den Wochenenden.
„Glaube, Liebe, Hoffnung“ ist das siebte Stück in zehn Jahren, das Hengst mit ihren Ballettschülerinnen einstudiert. An Ideen mangelt es der 45-Jährigen nicht – „ich werde immer wieder inspiriert durch die Mädchen.“ Das neue, mit Elementen des Tanztheaters versehene Ballettstück ist jedoch anders als die bisherigen Aufführungen – dafür sorgt allein schon der ungewöhnliche Aufführungsort: Getanzt wird in der Ausstellungshalle der Huder Amazonen-Werke. „Ich habe einfach gefragt und ganz unkompliziert das Okay bekommen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass Amazone die Halle kostenlos zur Verfügung stellt“, freut sich Rena Hengst.
Auf einer riesigen Fläche, umgeben von kolossalen Landmaschinen, wollen die Ballerinen das Publikum in ihren Bann ziehen. „Der Kontrast zwischen Kunst und Technik könnte nicht größer sein“, findet die Regisseurin.
Am Veranstaltungsort üben können die Tänzerinnen indes erst bei der Generalprobe, die am Donnerstag, 14. Juni, geplant ist. Bis zur Premiere am Tag danach müsse „die Nacht durchgearbeitet“ werden. Die Musikauswahl und das Licht werden wie immer aufwendig von Aiko Bartsch in Szene gesetzt.
„Das Stück handelt von den sieben Stufen der Selbsterkenntnis und zeigt den Weg der Menschen, den verlorenen Glauben an das Leben durch Liebe und Hoffnung wieder zu finden“, erläutert die Ballettlehrerin. Mit den drei christlichen Grundtugenden Glaube, Liebe und Hoffnung hat das Stück indes nichts zu tun. Choreographie und Handlung nehmen ihren Ursprung vielmehr in alten indischen Yogaschriften. „Das hat gerade in der heutigen Zeit der Oberflächlichkeit und der Orientierungssuche eine hohe Aktualität”, betont Rena Hengst.
