HUDE - HUDE/KAB - Der katholische Kirchenchor St. Marien in Hude feiert am kommenden Sonntag, 8. April, sein 60-jähriges Bestehen. Grund genug, die Geschichte des Chores einmal Revue passieren zu lassen.
Am Sonnabend vor Palmsonntag im Jahr 1946 erreichte in den Nachmittagsstunden ein Zug mit 1400 Vertriebenen aus Schlesien den Bahnhof Hude. Es waren Menschen aus der Grafschaft Glatz, und die meisten waren katholische Christen – unter ihnen auch Pfarrer Konrad Leister. Eine Huder Einwohnerin sah die Gruppe mit dem Pfarrer und sagte: „Dann wird ja morgen, am Palmsonntag, wieder Gottesdienst in Hude sein.“
Pfarrer Leister informierte sich daraufhin, und tatsächlich wurde am nächsten Morgen im Privathaus der katholischen Familie Stukenborg an der Parkstraße ein Gottesdienst gefeiert. Schon damals wurde der Gottesdienst von einer kleinen Sängergruppe mitgestaltet. Der Lehrer Gregor Guder bemühte sich um die Sänger, und so entstand der Kirchenchor.
Schon zu Weihnachten 1946 sang der Chor in der evangelischen Kirche in Holle das „Transeamus“ von Josef Ignaz Schnabel. Da die Messe in lateinischer Sprache gehalten wurde, sang auch der Chor Lieder und Messen in Latein.
Gesungen wurde zu allen Hochfesten und zu besonderen Anlässen wie Erstkommunion, Firmung, Fronleichnam und Kirchweihfest. Auch weltliche Lieder gehörten fortan zum Repertoire. Geselligkeit wurde groß geschrieben.
Noch heute sind unter den 24 Aktiven einige Sängerinnen und Sänger der „ersten Stunde“. Geleitet wird der Chor seit September 2004 von Liane Sparke. Damit er auch weiterhin Menschen mit seinem Gesang erfreuen kann, werden weitere Sängerinnen und Sänger gesucht. Interessierte sind bei der wöchentlichen Chorprobe dienstags von 19.30 bis 21 Uhr im Pfarrheim der katholischen Kirche an der Breslauer Straße willkommen.
Zum Jubiläum lädt der Chor am kommenden Sonntag (Palmsonntag) zu einem Festgottesdienst ein, der um 10.30 Uhr draußen vor dem Pfarrheim beginnt.
