HUDE - HUDE/KOS - In aller Herrgottsfrühe, wenn die meisten Mitmenschen sich noch einmal im Schlaf umdrehen, ist für Erika Wittkopf die Nacht vorbei. Bereits um 3.30 Uhr steigt die Huderin aus den Federn, eine Viertelstunde später macht sie sich mit einem Packen Zeitungen und ihrem Fahrrad auf den Weg. Die 64-Jährige ist Zustellerin und sorgt dafür, dass zirka 90 Abonnenten ihre Nordwest-Zeitung rechtzeitig am Frühstückstisch lesen können. Das Besondere: Wittkopf macht dies bereits seit 25 Jahren.

Am 1. April 1981 begann sie ihre Tätigkeit an der Hohen Straße und im angrenzenden „Musikerviertel“, in dem die Straßen nach den Komponisten Bach, Haydn, Mozart und Beethoven benannt sind. Ihre beiden Kinder waren damals noch klein. Gut eineinhalb Stunden braucht sie für ihre Tour, im Winter etwas länger. Bei Glatteis lässt sie auch mal das Fahrrad stehen und geht zu Fuß, gesichert durch Spikes an den Schuhen. Im Frühling und Sommer, wenn morgens die Sonne aufgeht, die Natur erwacht und die Vögel zwitschern, ist ihre Tour fast ein erholsamer Spaziergang, anstrengend und ungemütlich wird es bei Wind und Regen. „Am allerschlimmsten ist es bei Glatteis“, so Wittkopf. Zum Glück ist sie von Stürzen und Knochenbrüchen verschont geblieben. Seit fünf Jahren mit von der Partie ist ihr Lebensgefährte Hans Wenke, der in einem eigenen Bezirk Zeitungen zustellt.

Für ihre langjährigen treuen Dienste wurde die Jubilarin dieser Tage geehrt. Ulf Geisler, Geschäftsführer der NWZ -Zustellgesellschaft, und Vertriebsinspektor Lutz Junghans überreichten ihr eine Ehrenurkunde und einen Blumenstrauß und luden sie und ihren Lebenspartner zu einem Essen in der „Klosterschänke“ ein.

Geisler würdigte den nicht immer leichten Einsatz der Zustellerin, die an sechs Tagen in der Woche im Dienste des Lesers unterwegs ist. Erika Wittkopf, inzwischen dreifache Großmutter, denkt noch nicht ans Aufhören. Schließlich hält ihre Tätigkeit sie jung und rüstig.