HUDE - „Langhals“ heißt der Modellsaurier. Kinder der „Raben“-Gruppe haben ihn gebaut.
Von Stephan Onnen
HUDE - Vor 120 Millionen Jahren stapfte ein gewaltiger Riese durch die jungen Wälder: der Brachiosaurus. Über zwölf Meter hoch und 30 Meter lang konnte der Pflanzenfresser werden. Ganz so riesig ist der Dino, den die Steppkes der „Raben“-Gruppe im evangelischen Kindergarten „Regenbogeninsel“ gebaut haben, zwar nicht, ihr aus Zeitungspapier und Draht gestaltetes Brachiosaurus-Modell wirkt im Flur der Tagesstätte aber nicht minder imposant. Beinahe bis zur Decke reicht der Kopf der Papier-Echse – 2,70 Meter hoch ist der Koloss, den die Kinder liebevoll „Langhals“ nennen.„Es war den Kindern ganz wichtig, dass ,Langhals’ sie morgens begrüßt“, berichtet Erzieherin Jutta Friebe. Deshalb wurde der Standort so gewählt, dass der Kopf durch eine Scheibe in Richtung Eingangsbereich blickt. Zwei große Muscheln und zwei Perlen stellen die Augen dar. „Angefangen haben wir mit vier Eimern Sand“, erzählt der sechsjährige Frederik. Die Sandklötze dienten als Füße. Den Körper und den langen Hals des Sauriers haben die Kinder gemeinsam mit Jutta Friebe und ihrer Kollegin Linda Markus aus Draht geformt. „Im Bauch hat der Dino einen großen Karton“, sagt Pascal (5). Unzählige Zeitungsstapel haben die kleinen Baumeister anschließend mit großen Mengen an Kleister und Wasser zu einer Masse verarbeitet, mit der der Körper des Riesen modelliert wurde. „Innen haben wir gestopft und außen die Haut glatt gemacht“, berichtet Pascal weiter. Zum Schluss bekam „Langhals“ einen grünen Farbanstrich.
Von Ende Januar bis Ostern hatten die Kinder an dem Projekt gewerkelt. „Zunächst hatten wir viel über das Thema gelesen und uns Bücher angeschaut“, sagt Jutta Friebe. Parallel zum Dino-Bau sind zahlreiche Bilder entstanden, die ihre Schützlinge mit bunten Schnipseln oder durch Prickeln gefertigt haben. Auch ein Besuch im Oldenburger Naturkundemuseum gehörte zum Programm.
Als Oberthema für die Projektarbeit hatte sich der Kindergarten das Motto „Eine Reise durch die Zeit“ gegeben. Andere Gruppen beschäftigten sich mit dem Mittelalter, dem Wilden Westen, der Eiszeit und dem Weltraum.
Von Dauer wird aber wohl nur „Langhals“ sein. Der ist allein von seiner Größe her nicht mehr so leicht zu demontieren. Damit er überhaupt ins Gebäude passt, musste schon der Schwanz ein wenig gekappt werden. „Der wird uns hier für längere Zeit begleiten“, glaubt Kindergarten-Leiterin Anke Jacobs – und damit bleibt „Langhals“ das Schicksal seiner ausgestorbenen Artgenossen erst einmal erspart.
