Hude - „Alle Wetter“ rief Pastor Michael Lupas den Gläubigen in der Huder Elisabeth-Kirche am Sonntag entgegen. Die Uhren wurden umgestellt, der Herbststurm „Herwart“ habe viele durchgeschüttelt und manch einer trage persönliche Sorgen mit sich herum, so der Geistliche. Und doch sei unmittelbar vor dem Gottesdienst ein Regenbogen zu sehen gewesen. Ein gutes Zeichen.
Unter dem Thema „Nach uns die Sintflut – vor uns der Regenbogen“ stand denn auch der besondere Gottesdienst in der Huder Kirche. Es war zugleich der Auftakt einer zweiwöchigen Visitation der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Hude und Holle-Wüsting. Unter Leitung von Kreispfarrer Bertram Althausen will sich das vierköpfige Visitationsteam in Gesprächen und Besuchen der verschiedenen kirchlichen Einrichtungen und Veranstaltungen über die Gemeindearbeit informieren. „Früher war dies eine Kirchenaufsicht“, so Pastor Rainer Backenköhler. Heute sei es wie bei einem Besuch in der Familie. Dieser Blick von außen solle neue Impulse fürs Gemeindeleben bringen. Die Visitationen finden in der Regel alle acht Jahre statt.
Und einen Eindruck vom lebendigen Gemeindeleben könnten die Besucher gleich gewinnen: Der Catherinenchor unter der Leitung von Freia Lankenau sang mit der Gemeinde den Kanon „Ich singe dir mit Herz und Mund“. Für stimmungsvolle Kirchenmusik, unter anderem zu dem Stück „Von guten Mächten“, sorgten auch Mila Potiyenko an der Orgel und Alexander Potiyenko mit der Trompete.
In ihrer Predigt stellten die Pastoren Backenköhler und Lupas das Bild des Malers Hermann Buß aus Norden (Ostfriesland) in den Mittelpunkt. Es zeigt ein Boot am Kai; dahinter die graue, weite See. „Allein der Poller bietet Halt“, meinte Backenköhler. Er zog eine Parallele zu dem Zitat „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, das dem Martin Luther zugeschrieben wird. Es spreche für die Geisteshaltung des Reformators, meinte der Huder Pastor. Angesichts von Umweltkatastrophen und Klimawandel seien die Christen aufgerufen, mitzuhelfen, „dass die Erde nicht kaputt geht“.
Im Anschluss gab es beim Stehcafé in der Kirche Gelegenheit, mit den Visitatoren ins Gespräch zu kommen.
