HUDE - Reibungsloser Auftakt zur Altar-Restaurierung: Mit vereinten Kräften von Restauratoren und Zimmerleuten wurde das mehr als 700 Jahre alte Altarretabel der St. Elisabeth-Kirche am Montagvormittag aus der Befestigung gelöst, in einer maßgeschneiderten Holzkiste verpackt und in die Werkstatt des Landesamtes für Denkmalpflege nach Hannover gebracht. „Das ist für uns ein ganz wichtiger Schritt“, sagte Pastor Reiner Backenköhler, der sich seit Jahren um die Restaurierung bemüht.

In Hannover werden die beiden Hildesheimer Diplom-Restauratoren Thomas Kräckel-Hansum und Karl-Heinz Weingärtner die wenig vorteilhafte Farbfassung aus den Jahren 1955/56, die viele Einzelheiten des Schnitzwerkes überdeckt und manchmal sogar verfälscht, abtragen und sich bis zu den ältesten Farbresten vortasten, um die mittelalterliche Bemalung zu rekonstruieren. Diese Fassung soll in enger Kooperation zwischen Restaurator, Denkmalpflege und Kirchengemeinde wieder aufgebaut werden. Die Fachaufsicht über die Arbeiten führt das Landesamt für Denkmalpflege. „Wir freuen uns riesig, die Altarbilder behandeln zu dürfen. Das ist eine große Herausforderung“, sagte Dr. Detlev Gadesmann.

Schließlich gilt das um 1300 entstandene Altarbild als einzigartig im norddeutschen Raum. Es zeigt in 24 nahezu vollplastisch geschnitzten Figurengruppen wie eine Bildergeschichte Szenen des Lebens- und Leidensweges Jesu.

Voraussichtlich bis zu sechs Monate wird es dauern, bis das Altarretabel nach Hude zurückkehrt. Auf einen Altaraufsatz müssen die Huder während dieser Zeit indes nicht verzichten: Zimmermeister Heiko Janzen, sein Sohn Mirko und Mitarbeiter Erwin Vosteen, die auch den Abbau des kostbaren Werkes begleiteten, stellten ein Holzgestell als Provisorium auf, das mit rotem Tuch verkleidet wurde. Darauf befestigte Pastor Reiner Backenköhler Fotografien der Altarbilder – sobald eines der Originalbilder fertig restauriert ist, bekommt Backenköhler davon ein Foto aus Hannover per E-Mail zugesandt, um an der Schauwand in der Kirche das alte Foto zu ersetzen. So ist die Gemeinde fortlaufend über den Fortschritt der Restaurierung informiert.

Rund 60 000 Euro sind für die Altar-Restaurierung veranschlagt. Den Grundstock hat die Kirchbaustiftung mit 20 000 Euro gelegt. Aus der Ortskirchgeld-Sammlung stammen 16 000 Euro. Hinzu kommen Einzelspenden zwischen fünf und 5000 Euro. Noch ist die Gesamtsumme indes nicht erreicht, so dass weiter Spenden benötigt werden, die auf das Konto der Kirchengemeinde mit der Nummer 733101 bei der Volksbank (Bankleitzahl 280 622 49) eingezahlt werden können.