Hude - „Wir tun uns mit dem Thema sehr schwer“, gibt Pastor Reiner Backenköhler zu. Und er stellt auch noch einmal klar, dass nicht die Kirche als Eigentümerin die regioVHS aus der alten Schule im Huder Klosterbezirk geworfen habe. Vielmehr habe der Bürgermeister den Pachtvertrag für das von der regioVHS genutzte Gebäude nicht verlängert. Die Kirche hätte sich jedenfalls gewünscht, dass das ihr gehörende denkmalgeschützte Gebäude weiterhin von der Gemeinde als Pächterin für Zwecke der regioVHS genutzt worden wäre. Doch das ist Geschichte. Ende Dezember 2018 fiel eine politische Mehrheitsentscheidung, den Pachtvertrag für das Gebäude nicht zu verlängern.

Dabei war die Pacht für die alte Schule sehr gering gewesen. 1000 Euro im Jahr zahlte die politische Gemeinde. Dafür hätte sie sich weiterhin um die Gebäudeunterhaltung kümmern müssen. Das wollte sie nicht mehr, wegen des großen Sanierungsbedarfs.

Für die regioVHS wurden andere Räumlichkeiten in Hude gesucht und gefunden.

Die Kirche hat keine Verwendung für das Gebäude, sagt Backenköhler. Und auch die alte Küsterei, die zuletzt privat vermietet war, steht mittlerweile leer.

Der Gemeindekirchenrat habe letztendlich in enger Abstimmung mit dem Oberkirchenrat beschlossen, eine öffentliche Ausschreibung auf den Weg zu bringen. Das werde in den nächsten Wochen geschehen, so der Huder Pastor. Die alte Schule und die Küsterei sollen zusammen oder auch als getrennte Immobilien angeboten werden. Kauf oder Erbpacht seien im Gespräch, vielleicht aber gebe es auch noch ganz andere Konzepte. „Erst wenn alle Angebote vorliegen, wird entschieden“, so Backenköhler.

Auf keinen Fall wolle man, dass der Gemeindekirchenrat unter Druck gerate. Schließlich sei es wichtig, eine künftige Nutzung zu finden, die in den historischen Klosterbezirk passe. Diesbezüglich sei sich die Kirche ihrer Verantwortung sehr wohl bewusst, machte Backenköhler am Donnerstag in einem Gespräch mit der NWZ deutlich.

Die alte Schule und die Küsterei stammen aus dem vorletzten Jahrhundert. Damals war die Kirche Trägerin der Schule Hude I. Die Küsterei wurde neben der Schule errichtet, weil der Küster der Lehrer und der Organist der Kirchengemeinde war, erklärt Backenköhler. Als die Schule aufgelöst wurde, kam es zu einem Pachtvertrag mit der Gemeinde, um dort die Erwachsenenbildung unterzubringen.

Noch während der Diskussion um die Zukunft der alten Schule Ende des Jahres 2018 hatte die Gutsverwaltung von Witzleben ein Konzept vorgelegt, wonach man das Untergeschoss als öffentliche Begegnungsstätte und das Obergeschoss für Beherbergung in Abrundung mit dem Übernachtungsangebot der Klosterschänke nutzen könnte. Auch ein Sommergarten-Café findet sich im Konzept.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude