HUDE - Einig waren sie sich, aber nicht vollständig: Beim öffentlichen Gespräch in der Klosterschänke am Mittwoch erläuterten Uwe Schubert für die Gemeinde Hude, Elge Gerdes-Röben für die Klosterfreunde und Jens Burgdorf, Wirt der Klosterschänke, ihre gemeinsame Vorstellung von der zukünftigen Nutzung des Klosterbezirks.
Ein Platz blieb jedoch leer: Greta von Witzleben, Besitzerin weiter Teile des Klosterbezirks, hatte abgesagt. Dies war bemerkenswert, da die Zukunft der Wassermühle gerade eine neue Wendung genommen hatte: Der Geschäftsführer der Lür-Kropp-Service GmbH, Jens Knudtsen, hatte sich als Mieter angeboten (dieNWZ
berichtete), um auf dem romantischen Schauplatz Hochzeiten zu veranstalten. In der vergangen Woche war Knudtsen ausgestiegen.Im Hintergrund der Absage stehen zwei unterschiedliche Positionen dazu, wie das Gelände vermarktet werden soll – vor allem hinsichtlich des Trends, dass immer mehr Paare ihre Hochzeit vor romantischer Kulisse feiern wollen. „Dieser Trend ist da“, bestätigte auch Uwe Schubert. Allerdings sehen sowohl die Gemeinde als auch die Klosterfreunde eine ausgiebige Nutzung des Geländes kritisch: Im Sinne eines „sanften Tourismus“ soll der Klosterbezirk „als Ort der Ruhe und Besinnlichkeit“ nur eingeschränkt für Hochzeiten genutzt werden.
Investor ohne Chance
Die Bremer Lür-Kropp-Service GmbH verfolgt einen anderen Ansatz – eher wirtschaftlich. Allerdings wären allerdings mehr Hochzeiten als bislang nötig, um die Kosten – die Miete und weitere Investitionen – wieder hereinzuholen. Das steht jedoch im Widerspruch zu den Vorstellungen der Gemeinde. „Dieser Rahmen ist nicht geeignet, da betriebswirtschaftlich heranzugehen“, sagte Knudtsen auf Anfrage derNWZ
. Ohne die Gemeinde aber kann er in Hude keine Hochzeiten veranstalten. „Da hat es offenbar vorgefertigte Meinungen gegeben“, sagte Knudtsen. Er habe nicht einmal Gelegenheit bekommen, sein Konzept detailliert vorzustellen. Eine unmäßige Störung durch mehrere Hochzeitsgesellschaften sieht er nicht: „Das sind alles glückliche Leute, die keinen Krawall machen – und die Gastronomie im Ort hätte profitiert.“Gemeinde verhandelt
Nach der Absage Knudtsens will die Gemeinde die Wassermühle selbst mieten. „Wir wollen nichts daran verdienen“, sagte Schubert. Gemeinsam mit Jens Burgdorf und Elge Gerdes-Röben entwarf er ein Bild von der Nutzung des Klosterbezirks, in dem vieles beim Alten bleibt. Die Wassermühle soll behutsam einbezogen werden. Es sei ohnehin nötig, das Gebäude mit Leben füllen, um einem erneuten Befall von Schädlingen vorzubeugen. Schubert äußerte sich zuversichtlich, dass eine Einigung mit der Familie von Witzleben noch im April getroffen werden könne.
Das allerdings sieht Greta von Witzleben anders. Sie hätte Knudtsen gern als Mieter gehabt – auch im Sinne der Gemeinde. „Das wäre ein Ereignis gewesen. Da hat sich die Gemeinde einen dicken Fisch durch die Lappen gehen lassen“, sagte sie auf Anfrage der
