HUDE - Das Geheimrezept des Huder Kulturvereins Impuls e.V. scheint so einfach, wie erfolgreich zu sein: Man lade Künstler, handverlesen, in den Klosterort ein, biete ihnen stimmungsvolles Ambiente und so dem Publikum qualitativ hochwertige und anspruchsvolle Veranstaltungen.
Mit der Auswahl der Künstler, Musiker und Schauspieler für den „Huder Klostersommer“ haben die „Macher“ von Impuls wieder „das richtige Gespür“ bewiesen. Zur Belohnung spielte das Wetter mit. Die alte Klosterruine im v.-Witzleben-Park mit stimmungsvoller Beleuchtung und zu vorgerückter Stunde mit flatternden Fledermäusen bot den passenden Rahmen und eine stilvolle Kulisse für die hochkarätigen Darbietungen.
Für die Theaterfreunde hielt „Impuls“ am Sonnabend ein „Schmankerl“ bereit. Nach drei Jahren Pause freute sich die Vorsitzende des Kulturvereins, Dr. Carola Thurow, in Hude zum fünften Male die hochkarätigen Schauspieler des Ensembles „Shakespeare und Partner“ begrüßen zu dürfen. Thurow dankte in ihrer Begrüßung besonders der Familie v. Witzleben, der Volksbank Ganderkesee-Hude sowie den vielen ehrenamtlichen Helfern des Vereins, die die Realisierung des Klostersommers ermöglicht haben.
Die Inszenierung von Shakespeares „Was ihr wollt“ kam in bunter fröhlicher Bühnendekoration federleicht daher, handelte von der Liebe, der flammenden, der qualvollen, der sterbenden Liebe und den damit verbundenen Verwirrungen.
Wer liebt wen, wer ist wer? „Shakespeare und Partner“ führte das Stück um komische und erotische Verwicklungen auf und bot den Zuschauern ein turbulentes, musikalisches und unterhaltsames Verwirrspiel. Davon betroffen war nicht zuletzt der von Theaterfreunden hochgeschätzte Martin Lüttge, der als ehrgeiziger Malvolio aufgrund Verwirrungen in gelben Strümpfen und überkreuzten Strumpfbändern auf der Bühne erschien, um zu gefallen. Aber wie Viola/Cesario (Dominique Lüdi) sinnierte: „Zeit, entwirren musst du das!“
Urs Stämpfli in der Rolle als Narr philosophierte darüber, ob „das Essen von Rindfleisch dem Witz schadet?“, aber nahm sich letztendlich alle Narrenfreiheit, die er brauchte, da er sowieso „einen Sprung in der Schüssel hatte“ und brachte das Publikum immer wieder zum Lachen. Die gebürtige Bremerin Julia Grimpe überzeugte in den Rollen als Gräfin Olivia und Andreas von Bleichenwang durch Darstellungskraft und tänzerische Einlagen, der liebeskranke Orsino sowie die liebestolle Maria wurden beeindruckend gespielt von Michael Jagusch. Ivan Vrgoc zeigte ebenfalls in Doppelrollen als Sir Tobias Rülps und Sebastian seine Wandlungsfähigkeit und Ausdrucksstärke.
Die über 600 Besucher dankten den Schauspielern für ihre hochkarätige Leistung und einen wundervollen, amüsanten Abend mit langanhaltendem Applaus.
wurde der Huder Klostersommer 2010 am Freitagabend eröffnet. Das deutsch-kanadische Quartett „ensemble nu:n“ bot den gebannt lauschenden Zuhörern die Musik der Gregorianik und der Romantik in einer modernen Fassung dar.
der „Impuls“-Kulturveranstaltungen war der Gründer des Ensembles bereits aus dem Vorjahr bestens bekannt. Falk Zenker, ein Gitarren- und Klangkünstler, der sich selbst „fantasievoller Klangmaler auf 6 Saiten“ nennt, ist auch Jakobspilgerer. Zenker und seine drei Musikerfreunde begaben sich vor der Klosterruine mit über 250 Zuhörern auf diesen Weg und hoben musikalische Schätze aus den mittelalterlichen Klöstern entlang des Jakobswegnetzes in ganz Europa. Die Interpretation der Gesänge war kompentent, respektvoll und gleichzeitig mit neugierigem Entdeckergeist aus ihrer eigenen, persönlichen musikalischen Perspektive interpretiert.
stand den gregorianischen Gesängen gut und das Publikum vor der Klosterriune honorierte die Darbietung der Sängerinnen Rebecca Bain und Katherine Hill aus Kanada, des Saxophonisten Gert Anklam aus Berlin und Falk Zenker aus Weimar mit stehenden Ovationen.UJO
