Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Kultur Bunte Leichtigkeit raubt den Atem

Ulrike Johannsmann

HUDE - Laut Kalender ist es Sommer, Grund für Kulturliebhaber von nah und fern, sich auf den „Huder Kultursommer“ zu freuen. Er ist ein alljährlich wiederkehrendes kulturelles Highlight und verspricht Kennern und Genießern handverlesener Kunst anspruchsvolle, experimentelle, laute oder leise Kultur, in der Regel vor der malerischen Kulisse der historischen Klosterruine. Das Freitagabend aufgeführte Theaterstück „Weiberrevue“, inszeniert vom „ersten integrativen Theater Ramba Zamba“, vereinte all diese Ideen.

In der schillernd bunten Weiberrevue spielt Nele Winkler ein junges Mädchen auf dem Weg zur Frau, auf der Suche nach sich selbst. Dabei wird sie begleitet von einer Traumband, sie trifft auf andere Traumfrauen, macht neue Erfahrungen, probiert sich aus, spürt das pralle Leben. Ob im Matrosenhemd, im schillernden paillettenbesetzten Abendkleid oder unterm rotglänzenden Schirm, die Kostüme muten märchenhaft an und lassen die Schauspieler mit einer bunten Leichtigkeit daherkommen, die den Zuschauern den Atem raubt. In der „Weiberrevue“ wird sich geziert oder kokett gedreht, mondän geräkelt, gerülpst, gesungen, gelacht, getanzt, das Ganze ist ein furioses sinnliches Spektakel, das unter die Haut geht.

Veranstaltet wird der Huder Kultursommer von dem kleinen, aber feinen Kulturverein Hude Impuls, der sich nicht nur die Förderung der Kulturarbeit und die Förderung ortsansässiger und regionaler Künstler auf die Fahne geschrieben hat, sondern der auch Verbindungslinien zwischen Kunst und sozialem Engagement schaffen will. Jahr für Jahr sind die Mitglieder auf der Suche nach Kunst, die provoziert, die aufrüttelt, die verbindet.

Das Berliner Theater wurde vor 20 Jahren gegründet, mittlerweile gastiert die Truppe im In- und Ausland und heimst immer wieder Preise ein. Die Schauspieler des „total verrückten Theaters“ haben alle ein Handicap: „das macht ihnen den Alltag oft zur Qual - ihre Kunst aber wild und poetisch.“

Nicht alle Darsteller können deutlich sprechen, aber was sie alle fantastisch können, ist, überaus temperamentvoll Theater zu spielen und mit unerschöpflicher Energie Musik zu machen. Wenn Nele den Gassenhauer von Marlene Dietrich, „Ich bin die fesche Lola“, anstimmt oder übersprudelnd laut fröhlich singt „Mir geht’s gut“, springt die übermütige Stimmung über aufs Publikum, es wird geklatscht und mitgesungen. Spätestens bei dem rührig-wild zum Ausdruck gebrachten Ohrwurm „Über viele Brücken musst du gehen“ ist auch der letzte Zuschauer mitgerissen von der großartigen Leidenschaft der Menschen auf der Bühne. Es ist gelungen: die Ramba-Zamba-Darsteller haben in Hude die Herzen vieler Menschen erreicht.

Etta Scollo

und das Ramba-Zamba-Theater zogen wegen des schlechten Wetters in die Halle am Huder Bach um. Fünfzehn ehrenamtliche Mitarbeiter waren viele Tage rund um die Uhr mit den Vorbereitungen für den Kultursommer beschäftigt, erzählt Monika Rundel-Tegtmeyer, stellvertretende Vorsitzende des Kulturvereins Hude Impuls. Der Bühnen-Aufbau und die Umleitung der Gäste wären problemlos verlaufen, berichtet Carola Thurow, 1. Vorsitzende. Auch Kurzentschlossene hätten sich nicht von dem Ortswechsel abschrecken lassen, an der Abendkasse gab es nochmal schöne lange Schlangen. Mehr als 400 Zuschauer kamen Freitagabend zur Theateraufführung von Ramba Zamba, das Konzert der sizilianischen Musikerin Etta Scollo war am Sonnabend ähnlich gut besucht.
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden
Mit Video
Nach der Sprengung inspizierten Midgard-Beschäftigte die Überreste der Verladebrücke.

KRANSPRENGUNG IN NORDENHAM Koloss aus Stahl fällt in 15 Sekunden zusammen

Norbert Hartfil
Nordenham