HUDE - Im April 2008 riefen die Huder Autorinnen Krimhild Stöver und Inge Ried die Veranstaltungsreihe „Literatur in der Remise“ ins Leben und organisierten von da an unermüdlich und regelmäßig an jedem ersten Mittwoch im Monat Autorenlesungen in der Klosterremise. Eingeladen wurden Mitglieder des Freien Deutschen Autorenverbandes Niedersachsen oder schreibende Menschen, die ihre Werke bislang noch nicht veröffentlicht hatten – oder kurz davor standen.

Stolz blicken Stöver und Ried auf vier Jahre „Literatur“ in Hude zurück, das Konzept habe sich bewährt. Die monatliche Veranstaltung sei fest etabliert im Huder Kulturleben, so Stöver, und sei zu einem regelmäßigen Treffpunkt für „Schreibende“ geworden, die insbesondere den im Anschluss an die Lesung stattfindenden Erfahrungsaustausch und die Gespräche mit den Autoren besonders schätzten.

Zu Gast im April war der in Hude bereits bekannte Schriftsteller Heinz Zeckel, der für die Lesung am Mittwochabend aus Bad Iburg angereist kam, um als Weltreisender seine Zuhörer mit Gedichten aus seinem Buch „Jeder Augenblick ein Flügelschlag und eine Insel“ auf eine ganz besondere Reise mit zu nehmen. Eine begleitende Diashow mit beeindruckenden Landschaftsfotos aus Australien, Neuseeland und Kreta sowie vom indischen Taj Mahal und aus Klöstern im Himalaya begleiteten seine Texte auf eindrucksvollste Weise.

Der Autor bereiste viele Länder der Erde, immer auf der Suche nach Orten der Kraft und dem Glück hinter den Hügeln. Er lebte fünf Jahre in Saudi-Arabien und machte eine neunmonatige Weltreise. In seinen Gedichten beschreibt er das Spannungsfeld zwischen äußerer Erfahrung und innerem Erleben – „das Ticken einer Uhr lässt Raum für Gedanken“.

Zeckel stellt immer wieder die großen alten Fragen, zuweilen offen und direkt, meist aber zwischen den Zeilen. „Ich weiß nicht, ob das Leben Leid oder Freud ist, doch höre ich dem Raunen der Gebete zu.“ Leichte Antworten darauf gibt er nicht, er ließ seinen Zuhörern aber genügend Zeit, in sich zu gehen und in der Stille dem Geheimnis des Lebens nachzuspüren. „Wir haben die Wolken mit Mühe erreicht. Oder die Wolken uns, auf dem Weg zur Stille.“

All seine Fotos habe er lediglich mit einer klitzekleinen Kamera geschossen, erzählte der Hobbyfotograf schmunzelnd auf Nachfrage einer Zuhörerin und Zuschauerin, die die Kombination Texte-Bilder faszinierend und fesselnd fand. Alle Gäste waren sich einig, dass es eine wundersame, eine poetische, eine traumhafte Reise war, an einem gewöhnlichen Mittwochabend in der kleinen Klosterremise. Mit Bildern und Texten, die aus der Seele kommen.

Lebhaft diskutiert wurde am Ende des Abends: War das jetzt „meditative Dichtung“? Gibt es das überhaupt?

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