HUDE - Rote Zahlen trotz „Ramba Zamba“: Das schlechte Wetter beim letztjährigen „Klostersommer“ hat dem Huder Kulturverein „Impuls“ ein Defizit beschert. Sowohl die vom integrativen Theater „Ramba Zamba“ aus Berlin grandios gespielte „Weiberrevue“ als auch das Gastspiel der italienischen Sängerin Etta Scollo mussten von der Klosterruine in die Halle am Huder Bach verlegt werden. Der Umzug bescherte dem Helfer-Team nicht nur Nachtarbeit, sondern dem Verein auch höhere Kosten: So führte der mit 650 Besuchern an sich gut besuchte „Klostersommer“ unterm Strich zu einem Minus von rund 11 000 Euro, das durch Mitgliedsbeiträge und Gemeinde-Zuschuss nicht vollends ausgeglichen werden konnte. Die verbliebene Lücke in Höhe von 6000 Euro konnte jedoch durch einen Griff in die Rücklagen gefüllt werden, berichtete Kassenwart Johannes Holst in der „Impuls“-Mitgliederversammlung.
Defizit „für guten Zweck“
Das Defizit löste indes keine Depressionen aus: „Wir sind für einen guten Zweck ins Minus gerutscht“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Monika Rundel-Tegtmeyer. Die „Weiberrevue“ bezeichnete sie als tolle Veranstaltung „für uns, die Besucher und die Rambazambas“. Es sei von vornherein klar gewesen, dass man die Aufführung wegen des hohen technischen Aufwands und der moderaten Preisgestaltung nicht kostendeckend würde anbieten können. Insgesamt wurden die „Impuls“-Veranstaltungen in 2011 von 1230 Gästen besucht. „Es gab keine einzige, die uns vom Zuspruch her enttäuscht hätte“, bilanzierte Rundel-Tegtmeyer.
Masken und Marionetten
Dass das so weiter geht, dafür bürgt ein qualitativ hochwertiges Programm für 2012, das der Kulturverein am Montagabend vorstellte: Höhepunkt ist die Aufführung von Umberto Ecos Welterfolg „Der Name der Rose“, die vom Theater Naumburg am 29. und 30. Juni vor der Klosterruine präsentiert wird. Der mittelalterliche Krimi um eine mysteriöse Mordserie unter Mönchen mit Hudes historischer Stätte als Kulisse – „damit haben wir uns einen Wunsch erfüllt“, gestand Vorsitzende Carola Thurow. Die Bühnenfassung des Stücks werde in Deutschland nur sehr selten gespielt, dem Theater aus Sachsen-Anhalt sei im vergangenen Jahr jedoch eine hervorragende Freiluft-Inszenierung gelungen. Vier Darsteller schlüpfen dabei mit Hilfe von Masken und Marionetten in insgesamt 14 Rollen. Regisseurin Jutta Schubert hat sich bereits im Dezember selber in Hude von der Tauglichkeit der Klosterruine als Spielort überzeugt.
Bereits jetzt zeichnet sich ein großes Interesse an den Eintrittskarten ab – der Vorverkauf soll daher voraussichtlich im März über das Internetportal www.nordwest-ticket.de starten.
Eines steht schon fest: Die Aufführungen finden auf jeden Fall unter freiem Himmel statt. „Einen Ersatzspielort“, betonte Monika Rundel-Tegtmeyer, „gibt es diesmal nicht – egal, wie das Wetter wird.“
Sieben Veranstaltungen umfasst das „Impuls“-Programm für 2012:
10. Februar: Lesung von Klaus Modick („Sunset“) mit musikalischer Begleitung durch das Duo Soñol, 19 Uhr, Haus Marienhude
18. März: Kino-Brunch mit dem Film „Eine ganz heiße Nummer“, 11 Uhr, Forum und Mensa der Peter-Ustinov-Schule
8. Juni: Swing und Jazz mit dem Quartett „Cafe Brunette“, 20 Uhr, Studio Kunst und Landschaft, Wüsting
29. und 30. Juni: Klostersommer „Der Name der Rose“ mit dem Theater Naumburg, jeweils 20 Uhr, Klosterruine
2. September: Bürgerfest, Verkauf von „Kulturgütern“ aus Beständen der Mitglieder
12. Oktober: Figurentheater „Frederick – eine fantastische Mäusegeschichte“ mit dem Bremer Ensemble „Mensch Puppe!“, 16 Uhr, Forum der Peter-Ustinov-Schule
8. Dezember: Adventskonzert „Weihnachten fällt aus“ mit dem Vokalquintett Berlin, 19 Uhr, St. Dionysius-Kirche, Holle
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