HUDE - Den Delmenhorster Jonny Lüpkes hat es stets nur wenige Jahre an einem Ort gehalten. Dann zog er weiter – von Frankreich in die Vereinigten Staaten, weiter nach Afrika und zuletzt nach Australien, wo er sich künstlerisch ausbilden ließ, obwohl er schon vorher viel gemalt hatte.

Seit einigen Jahren lebt der Weltenbummler nun in Oldenburg. Aber die Erlebnisse und Eindrücke auf den verschiedenen Kontinenten lassen ihm keine Ruhe. Er malt heute aus dem Gedächtnis heraus die wachsenden Metropolen, die ungezügelt wuchernden Großstädte Afrikas und Südamerikas.

Jonny Lüpkes malt sie nicht realistisch, wie jetzt die Ausstellung in der Galerie Klostermühle in Hude deutlich zeigt, er schichtet kleine und große Hausformen zu dichten Rechteckgruppen übereinander – ohne Grün und Luft. Diese sind in den Australien-Bildern reichlich vorhanden.

Dort war der Maler von hohen Kiefern und anderen schlanken Bäumen vor dem Blau ferner Berge fasziniert. Lüpkes entfaltet mit einem spröden Farbauftrag eine malerische Vielfalt, die die Schönheit der Natur ebenso einschließt wie die Skepsis gegenüber den Entwicklungen in den Mega-Städten der Erde.

Die Bilder von Jonny Lüpkes sind in der Galerie Klostermühle Hude bis zum 1. Juni zu sehen.

Die Schweizer Künstlerin Cécile Hummel hat viele Fotografien von ihren Reisen mitgebracht. Diese mischt sie nach Themen, und je nach Ausstellungsraum werden sie neu zusammengestellt.

In der Kunsthalle Wilhelmshaven hat Cecile Hummel ihre Installationen den Wänden und Tischvitrinen angepasst.

Der Verkehr in Rom und der Müll in Neapel, der Dunst am Vesuv und die steilen Wege zu seinem Krater sind Themen, für die die Künstlerin auch historische Grafiken oder Abbildungen aus Büchern heranzieht, die sie dann noch einmal fotografiert.

Nicht zuletzt passen sich eigene schwarze Gouachen den Fotografien an. Der Künstlerin geht es bei ihren „Bildreisen“, so der Titel der Ausstellung, um eine „Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen“. Ihr Medien-Mix wird mit drei „Sizilianischen Balkonen“, konkrete Architekturformen mit gedrucktem Sonnenschutz, ergänzt.

In einer anderen Serie zeigt Cécile Hummel dann Wal- und Fisch-Aquarelle, zwar nach dem Lehrbuch gestaltet, doch wesentlich größer und freier in der Malweise als die Vorlagen es zeigen.

Das Fazit dieser Ausstellung in Wilhelmshaven lautet: Aneignung der Realität und ihrer Reproduktionen führt zu eigenen neuen Versionen.

Die Ausstellung „Cécile Hummel – Bildreisen“ ist in der Kunsthalle Wilhelmshaven an der Adalbertstraße 28 noch bis zum 22. Juni zu besichtigen.