HUDE - HUDE/KK/KOS - Anlässlich des 140. Geburtstages des Hasbruch-Malers Ludwig Fischbeck hat die Gesellschaft der Freunde des Hasbruchs mit Unterstützung der Regio-Volkshochschule Ganderkesee-Hude zahlreiche Bilder zusammengetragen. Diese werden an vier Orten in den Gemeinden Ganderkesee und Hude ausgestellt. Die erste Bilderschau wurde am vergangenen Wochenende in der Volksbank Bookholzberg eröffnet und läuft bis zum 20. Oktober.

Am morgigen Sonnabend, 30. September, wird um 11 Uhr in der Volksbank in Hude, Auf der Nordheide 1, die zweite Ausstellung mit anderen Werken Fischbecks eröffnet. Auch sie läuft bis zum 20. Oktober. Die dritte Ausstellung ist vom 14. bis 30. Oktober im Vielstedter Bauernhaus zu sehen, die vierte vom 16. bis 30. Oktober im Rathaus Ganderkesee. Jede der vier Schauen widmet sich bestimmten Schwerpunktthemen. Wer sich also einen Überblick über das Schaffen Fischbecks verschaffen möchte, muss alle Ausstellungsorte aufzusuchen.

Fischbeck war vom Schicksal nicht verwöhnt. Schon früh wurde seine Frau psychisch krank und musste in eine Klinik, er selbst fiel in Armut, verlor durch einen Brand etliche wertvolle Bilder. Trotzdem: Der „Alte vom Hasbruch“, auch „Ritter Quast“ genannt, behielt Heiterkeit, Gelassenheit – und die Fähigkeit, Poesie mit dem Pinsel auszudrücken.

Die Ausstellungen sind das Ergebnis einer monatelangen Spurensuche: Die Hasbruch-Freunde hatten Aufrufe gestartet und nach Bildern gefragt. 150 Besitzer hätten sich gemeldet, manche gar mit kleinen Sammlungen, berichtete Vorsitzende Erika Roselius.

Mit den Bildern kamen Geschichten. Da wussten die Bilderbesitzer, wie der gesellige Fischbeck sich bei Mondschein in Frack und Zylinder mit seinem „Mondschein-Club Vielstedt“ traf. Andere berichteten von seiner Liebe zum Hasbruch. Häufig schimmerte auch pure Not durch: Bilder, oft von Bauernhöfen, waren Auftragsarbeiten – „für Mettwurst, Schinken oder Kohle“. Daneben, so Roselius, gebe es auch etliche ohne Auftrag gemalte Bilder – die teils „überwältigend“ seien. Fischbeck, so fasst Krimhild Stöver das Werk zusammen, gebe „der Landschaft eine Stimme“. Er schaffe es, mit ihrer Stimmung die Menschen zu erreichen.

Erfreut verliest die Huderin ein Grußwort von Professor Dr. Ewald Gäßler vom Stadtmuseum Oldenburg. Fischbeck, so heißt es darin, könne gemeinsam mit Richard tom Dieck als Begründer der Freilichtmalerei mit Motiven aus der oldenburgischen Landschaft gelten. Seine Grafiken hätten eine große Nähe zu den Werken seiner berühmten Worpsweder Kollegen. Doch gebe es einen signifikanten Unterschied: Der Naturbewunderer Fischbeck vermittele in seien Werken „die Geborgenheit und das Aufgehobensein in der Landschaft“ – und keineswegs die Fremdheit vor der Natur.