Hude/Landkreis - 15 Teilnehmer trafen sich jetzt an der Friedrichstraße in Hude zu einem Workshop. Der junge Verein „Historische Kulturlandschaften im Oldenburger Land“ mit Sitz in Hude hatte dazu eingeladen. Bewohner des Gebietes, Vereinsmitglieder und einige auswärtige Gäste verschafften sich zunächst in einem kleinen Spaziergang einen Eindruck von den Besonderheiten der Huder Moorlandschaft, die etwa Mitte des 19. Jahrhunderts systematisch erschlossen und besiedelt wurde. Viele Spuren der Entstehungsgeschichte lassen sich heute noch in der Landschaft erkennen, und darum ging es bei dem Treffen. Jeder Teilnehmer hielt seine Eindrücke schriftlich fest: auffällige Häuser, Bäume, Wege, Gräben, Spuren früherer Handtorfstiche und vieles mehr. Dann ging es weiter ins Huder Rathaus.
Der Verein hatte einen Fachmann eingeladen, der zum Thema „Historische Kulturlandschaften – was ist das und wie kann man sie erkennen und erkunden?“ referierte. „Das Gebiet gehört zu den wenigen Landschaften in der Region, die noch deutlich von ihrer Geschichte geprägt sind. Viele einzelne Merkmale, die eine historische Kulturlandschaft ausmachen, finden wir hier auf kleinem Raum“, meinte Christian Wiegand, der als Referent aus Hannover gekommen war.
Der neu gegründete Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen „Schatz“ ans Licht zu bringen und im Mai Ergebnisse der Öffentlichkeit vorzustellen. Anlass dazu bietet der Niedersachsentag des Niedersächsischen Heimatbundes, der in Wildeshausen stattfindet.
Der Heimatbund bemüht sich seit vielen Jahren darum, ein Wissen um historische Spuren in unseren Landschaften aufzubauen und auf ihre Bedeutung aufmerksam zu machen. Denn historisch geprägte Kulturlandschaften sagen viel darüber aus, wie die Menschen sich die oftmals unwirtliche Natur angeeignet haben; das gilt besonders für die Moore. Dazu aber müssen viele Informationen gesammelt werden. Einige vorhandene Orts-Chroniken liefern eine sehr gute Grundlage. Der Verein möchte darauf aufbauen und bittet langjährige Bewohner oder Kenner des Gebietes darum, Material beizusteuern: vor allem alte Karten, aber auch Fotos und eigene Erinnerungen.
Am 8. Februar trifft sich die Gruppe zum zweiten Mal und möchte dann die Geschichte der Moorlandschaft in einer Karte zusammenstellen. Ein zweiter Schwerpunkt soll auf dem Wandel der Bewohnerschaft liegen. Die Häuser mit ihrer bewegten Vergangenheit und den heutigen Problemen werden ein weiteres Thema sein.
Herausgefunden werden soll auch, an welchen Stellen besondere Blickpunkte den Charakter dieser historischen Kulturlandschaft deutlich machen. Ansprechpartner des Vereins sind Karin Rohde und Hermann Dunkler-Gronwald aus Hude.
