HUDE - Nein, ist das gemütlich hier. Das möchte man als Besucher der Huder Galerie Klostermühle am Freitagabend wenigstens meinen. In einem Sofa an der Rückwand unter den schweren Deckenbalken sitzt fast ein wenig unscheinbar Angelika Griese am wuchtigen Mühlstein.
Mit ihrer sachlichen Stimme liest sie mit zwar dezentem aber unverkennbaren Bremer Zungenschlag ihre Gutenachtgeschichten vor.
Gutenachtgeschichten auf einer Krimilesung? Genau. Denn es sind „Böse Gutenachtgeschichten“. So lautet der Untertitel von Grieses Buch „Mörderische Weibsbilder“. Und während Griese immer tiefer in ihre mörderischen Miniaturen eintaucht, bekommt die trügerische Gemütlichkeit in der Galerie erste Risse. Da verfüttern frustrierte Ehefrauen ebenso heimtückisch wie genussvoll des Gattens heiß geliebten giftigen Kugelfisch an ersteren oder „straffen“ einem Schönheitschirurgen aus Rache mit dem Skalpell die Wangen.
Auch wenn die Männer in Grieses Geschichten allesamt recht tumb und dadurch als dankbare Opfer daherkommen, haben nicht nur die Autorin, sondern auch die Zuhörer an diesem Abend einen „Mordsspaß“ an der Heimtücke in heimeligem Ambiente.
