Hude - „Wenn alle denken, du bist der Terrorist“ lautet die Unterzeile des Taschenbuches „Bombenstimmung“ aus der Feder von Mathias Kopetzki, das der Autor im Klostermuseum in Hude einer breiten Öffentlichkeit vorstellte und damit ein aktuelles Thema aufgreift.
„Mit dieser großen Resonanz hatte ich ehrlich gesagt für diese Lesung nicht gerechnet“, zeigte sich Buchhändlerin Gerburg Schaller freudig überrascht. Schon zum zweiten Mal hatte sie den Autor zu Gast in Hude. „Eigentlich sollte die Buchvorstellung auch in der Klosterschänke stattfinden. Aber mit an die 100 Zuhören wäre das in einem kleinen Raum oder auch einem großen Saal so nicht möglich gewesen.“ Deshalb wurde kurzerhand mit den Sitzgarnituren ins benachbarte Klostermuseum umgezogen.
Bereits 2016 war der Autor in Hude zu Gast und stellte sein Buch „Teheran im Bauch“ vor. In seinem neuen Werk steht einmal mehr ein Stück aus der eigenen Erlebniswelt im Vordergrund. Mathias wächst in den 70er Jahren in einem kleinen Örtchen in Niedersachsen auf. Im Alter von fünf Jahren wird ihm zugetragen, dass er ein Adoptivkind ist und seine Herkunft im Ausland liegt.
Eine Aussage, die verdaut werden musste und aufgrund seiner exotischen Erscheinung ihn immer wieder im Laufe seiner Kindheit und Jugend verfolgt. Das reicht von befremdlichen Reaktionen bis hin zum offenen Rassismus.
Auf unterschiedliche Weise gelingt es Mathias aber, sich zu behaupten – doch auch als Erwachsener widerfahren ihm zuweilen absurde Erlebnisse, in denen er als Projektion für fremdenfeindliche Ängste, Vorurteile oder Sehnsüchte herhalten muss.
Mit Humor, Sensibilität und Offenheit erzählt er von diesen Momenten. Berührende und spannende Geschichten über das Fremdsein und Selbstbehauptung, über den Kampf und das Loslassen sind unausweichlich. Ebenso der Weg von der jahrelangen Suche nach Identität. Eine Suche in einem Land, in dem Herkunft immer noch eine große Rolle spielt. Daraus wird ein Spiegel, den Kopetzki ganz beiläufig der Gesellschaft der letzten vierzig Jahre mit all ihren Ängsten und Neurosen vorhält.
Auf den Seiten des Buches „Bombenstimmung“ spricht Kopetzki vielen „Leidensgenossen“ aus der Seele, animiert aber auch die Gesellschaft, dieses Denken weiter abzulegen und sich zu öffnen.
