HUDE - „Ich freue mich riesig, dass Henning Scherf meiner Einladung gefolgt ist“, sagte Gerburg Schaller vom Huder Buchladen „Lesen und mehr“, die die Lesung mit dem ehemaligen Oberbürgermeister von Bremen am Dienstagabend organisiert hatte. Der große Saal in der Huder Pastorei war bis auf den letzten Platz gefüllt. 120 Gäste waren eingetroffen, um Passagen aus Scherfs Buch „Gast bei fremden Freunden“ zu hören.
Trotz Erkältung, „ein bisschen weich in den Knien und müde im Kopf“ unterhielt der ehemalige Regierungschef sein interessiertes Publikum über zwei Stunden. Zu Beginn seiner Lesung erläuterte er seinen Zuhören wie das Buch, in dem er seine Erlebnisse mit Menschen in Nicaragua, Chile, Sri Lanka und anderen Teilen Asiens machte, entstanden ist. „Auf meinen Reisen habe ich Tagebuch geführt und habe mit dem Zeichnen begonnen“, sagte Scherf. Seine Frau habe ihm vorgeschlagen, ein Buch zu veröffentlichen. Um nicht nur einen Reisebericht zu publizieren, hat Henning Scherf weitere Aufsätze und Reflektionen verfasst. „Ich habe mich mit den Ländern auseinander gesetzt“, so der Autor.
Da der Erlös seiner Lesung an das Hilfswerk „Pan y Arte“ geht, nahm Scherf, der diesem vorsitzt, sich die Zeit, über das Projekt zu berichten, das u. a. Straßenkinder in Nicaragua unterstützt. Jedes zweite Jahr fahren er und seine Frau in das Land, um Aktionen zu fördern, Konflikte zu lösen oder auch zu unterrichten, aber auch um alte Bekannte zu besuchen.
„Wir bewegen uns in einer Szene von Freunden, schlafen bei ihnen und benutzen ihre Autos“, erklärt Scherf. Über zehn Mal sei er schon dort gewesen, seine Frau mehr als 20 Mal. Kinder, die sie vor vielen Jahren von der Straße geholt haben, würden heute im Leben stehen und teilweise auch selbst unterrichten, erzählt er stolz.
Nachdem er aus seinem Buch gelesen und von Menschen und Begegnungen berichtet hatte, nahm sich Henning Scherf Zeit für die vielen Fragen seiner Gäste. Fragen zum Buch, zu seinen politischen Aktivitäten und seinem Leben beantwortete er geduldig und ausführlich. „Ich finde es toll, dass er trotz Krankheit gekommen ist. Man hat die Begeisterung der Zuhörer gespürt“, freut sich Schaller über einen gelungen Abend, bei dem über 600 Euro für das Hilfswerk zusammen gekommen seien.
