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Literatur „Ich bin mehr Erleber als Leser“

Anna Zacharias

HUDE - Bei der Frage nach ihrem Lieblingsbuch kommt Krimhild Stöver vom Künstlerkreis Hude erst einmal ins Grübeln. Die stellvertretende Landesvorsitzende Freier Deutscher Autoren ist lieber selbst kreativ, als die Werke anderer zu konsumieren. Zurzeit arbeitet sie an einem Buch über die Geschichte Hudes von 1945 bis 1960.

Dem geschriebenen Wort prognostiziert sie eine lange Zukunft. „Es werden heute eher zu viele Bücher produziert, als zu wenige“, sagt die Veranstalterin der Lesungen „Literatur in der Remise“. Auf einzelne Neuerscheinungen könne oft nicht so intensiv eingegangen werden, wie sie es sich wünsche.

„Das Buch an sich ist sicherlich nicht gefährdet, aber was ich bemerke, ist, dass die Menschen heute weniger Interesse daran haben, sich mit Sprache und ihrem Klang auseinander zu setzen“, sagt Stöver. Zu wenig werde über Texte als Kunstform gesprochen und reflektiert.

Kreativität kommt zu kurz

„Was mich stört, sind vor-geformte Begriffe und Sätze. Die eigene Kreativität kommt oft zu kurz“, findet die ehemalige Realschullehrerin. „Mir scheint es, als sei die Welt zu hektisch geworden. Im Zug ist jeder mit sich selbst beschäftigt, niemand spricht mehr miteinander, viele haben Stöpsel im Ohr. Sprache ist sehr wichtig, und will geübt sein“, so Stöver.

In neuen technischen Errungenschaften wie dem E-Book sieht sie wenig Konkurrenz für das gute alte Buch aus Papier und Leim. „Bibliotheken sind beliebt wie eh und je. Ich glaube, das Blättern in einem Buch ist nicht zu ersetzen. Was ich für problematischer halte, ist die momentane Rechtslage. Texte sind im Internet nicht genügend abgesichert, was das Copyright angeht. Da muss noch einiges geschehen“, sagt die Autorin.

Fragen des Urheberrechts

Der 1973 gegründete Freie Deutsche Autorenverband versteht sich auch als „Schutzverband“ und befasst sich mit Fragen des Urheberrechts. Bis Dezember 2010 war Stöver Vorsitzende des Landesverbandes. „Um die 70 Autoren waren in Niedersachsen immer aktiv – Schreiben hat also Zukunft“, sagt sie.

Stöver selbst ist keine große Leseratte. „Ich bin der geborene Erleber“, sagt sie und lacht. „Ich liebe den verbalen Austausch. Ich lese phasenweise, mal mehr, mal weniger“. Trotzdem holt sie „Ufer der Verlorenen“ des Literaturnobelpreisträgers Joseph Brodsky hervor. „Die psychische Getragenheit dieses Schriftstellers gefällt mir sehr“. Der russischstämmige Autor war nach Amerika emigriert. „Ich stamme aus Ostpreußen, im heutigen Russland, vielleicht fühle ich mich deswegen mit seiner Gemütslage so verwandt“, sagt die Autorin.

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