Hude - Markus Tönnishoff hatte einen Angriff auf die Lachmuskeln versprochen. Und dieses Versprechen hat er gehalten. Der Bremer Journalist und Autor las am Mittwochabend in der allmonatlichen Reihe „Literatur in der Remise“ des Freien Deutschen Autorenverbandes (FDA) Nord e.V. in der Huder Klosterremise aus seinen Satirebänden.

Nichts war (und ist) vor Tönnishoffs spitzer Feder sicher: Seien es die mit Pannen behaftete Bundeswehr, die Matheaufgaben des Berliner Abiturs oder die neue „genderisierte“ deutsche Sprache. Alles wird von ihm pointiert auf’s Korn genommen.

Überhaupt Sprache: Wie der Autor das intellektuell getarnte Geschwafel der Kunstszene karikiert, das sucht schon seinesgleichen.

Auch das Wörterbuch „Dönerdeutsch – Beamtendeutsch“ ist gewiss eine notwendige und bereichernde Ergänzung der Dudenreihe. Die Zuhörer in der voll besetzten Klosterremise lachten Tränen.

Aber Tönnishoff riet auch dringend davon ab, im Keller zwecks Energiesparmaßnahmen ein kleines Atomkraftwerk zu betreiben. Desgleichen war sein Versuch, durch einen Schimpansen die besseren Börsengeschäfte zu erzielen, nur bedingt erfolgreich.

Dagegen bietet das Smarthome, in dem die (Haushalts-)Geräte selbstständig miteinander kommunizieren und den Bewohnern – ob sie wollen oder nicht – jede Mühe abnehmen, fantastische Möglichkeiten, so Tönnishoff. Wenn der Toaster das Brot vom 3D-Drucker herstellen lässt, ist das gewiss ein kulinarischer Höhepunkt.

Der alltägliche Wahnsinn aus Politik und Gesellschaft bietet Tönnishoff den Fundus für seine Satiren. Der studierte Politikwissenschaftler und Redakteur sitzt als Mitarbeiter des Weser-Kuriers dabei an der Quelle und hat ein gutes Gespür für seine Themen entwickelt.

Selbstverständlich und verdientermaßen bekam der Autor viel Beifall für jede seiner Geschichten. Da er natürlich weiter schreiben wird, gibt es irgendwann auch ein Wiedersehen in der Remise.