HUDE - Eine Märchenwelt zum Anfassen gab es am Wochenende wieder in der Peter-Ustinov-Schule. Zum 5. Mal hatte Bücherwurm Hudefix zu den Huder Fantasie- und Märchentagen eingeladen. Hudefix Reise zum Mond war das Motto und es warteten ein Sternentor, Theater, Märchen, Zauberei und vieles mehr auf die Besucher.
Einige kleine Gäste hatten sich märchenhaft verkleidet, wie die vierjährige Sarah. Passend zu ihrem Kleid und der Krone ließ sie sich schminken wie eine Prinzessin. Mein Lieblingsmärchen ist Hänsel und Gretel, verriet sie. Dem siebenjährige Tim gefiel es auch ziemlich gut bei den Märchentagen: Das Zaubern war am schönsten.
Organisator Peter Schlöndorff war sehr zufrieden mit der Resonanz. Besonders der Sonnabend war überragend. Es waren noch mehr Besucher als im vergangenen Jahr, so Schlöndorff. Eine gute Idee seien die Hudefix-Taler, mit denen die Kinder die Mal- und Bastelangebote bezahlen konnten. So können die Kinder selbst entscheiden, was sie gerne machen möchten und müssen nicht die Eltern fragen., freute sich Schlöndorff.
Zunächst waren bei den Märchentagen aber die Großen an der Reihe: Die Schauspielerin Alke Katharine Szonn ging zur Eröffnung am Freitagabend dem Verdacht nach, dass die angeblich grausame Knusperhexe aus Hänsel und Gretel in Wahrheit Opfer eines Verbrechens geworden ist.
Szonn verteilte zu Beginn kleine Bücher mit Beweismaterial und entführte das Publikum in die Märchenarchäologie. Auf überaus vergnügliche und kurzweilige Art und Weise konnten die weit über 100 Zuhörer dann erfahren, welch spitzfindigen kriminalistischen Spürsinn der Protagonist Georg Ossegg seinerzeit an den Tag legte, um den vermeintlichen Mord an einer Frau im Walde aufzuklären und damit das Grimmsche Märchen von Hänsel und Gretel als romantische Verfälschung eines Raubmordes zu entlarven.
Szonn gelang es, die Satire und die Beweisführung um das Verbrechen auf sehr lebhafte und originelle Weise darzulegen und den Abend für die Zuhörer so unvergesslich zu machen.
Peter Schlöndorff freute sich darüber, dass die Huder Märchentage inzwischen zu einer festen Institution geworden sind eine Idee wurde geboren und es ist schön, dass sie nicht wieder in einer Schublade verschwindet. Auch über Hudes Grenzen hinaus lockt die Veranstaltung mittlerweile Menschen an und begeistert sie.
Zur Eröffnung kam natürlich auch Bürgermeister Axel Jahnz, Schirmherr der Märchentage. Wie Schlöndorff bemerkte, war der Bürgermeister von der ersten Stunde an dabei, und hatte doch vor fünf Jahren sogar die erste Veranstaltung im wahrsten Sinne des Wortes mit angeschoben. Als Käpt'n Blaubär.
Fotogalerie: Huder Märchentage locken Besucher
