HUDE - Friedrich Schnabel wollte am Freitagnachmittag den Garten umgraben, um Stauden anzupflanzen. Etwa fünf Meter hinter dem Haus seiner Familie an der Langenberger Straße stieß er mit seinem Spaten auf einen harten, rostigen Gegenstand, der dem Huder „verdächtig“ vorkam. Er dachte sofort an eine Hinterlassenschaft aus dem Zweiten Weltkrieg. „Da ist mir ganz schön der Schreck in die Glieder gefahren“, gesteht Schnabel, der umgehend die Polizei alarmierte.

Zunächst guckten sich Beamte der Huder Wache den Fund an, dann riefen sie die Sprengstoffspezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen zu Hilfe, die sich den Gegenstand beschreiben und ihn dann erst einmal wieder zuschütten ließen. Am Montag traf ein Experte dann ein genaues Urteil: In Schnabels Garten schlummert eine Flakgranate, Kaliber 8,8 Zentimeter, deutsches Fabrikat, zu gefährlich, um transportiert zu werden. Das Geschoss hat ein Gesamtgewicht von elf Kilogramm. Es enthält 800 Gramm Sprengstoff. Der Fachmann verbuddelte die Granate in sicherer Entfernung zu Schnabels Haus.

Eigentlich war geplant gewesen, die Granate bereits am Dienstagnachmittag zu sprengen, kurzfristig musste das Team jedoch umdisponieren, weil ein Einsatz in Leer dringlicher war. So ist die Aktion auf heute Vormittag verschoben worden.

„Eine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht nicht. Ohne Einwirkung von außen fliegt das Ding nicht in die Luft“, sagt der Leiter der Huder Polizeistation, Wolfgang Gottschlich. Evakuierungen seien nicht nötig.

Nach Angaben des Hauptkommissars ist die Granate mit einem Zeitzünder versehen. Um Erschütterungen zu vermeiden, soll das Geschoss heute vorsichtig per Hand auf ein freies Feld getragen werden. Dort wird vorher mit einem Bagger eine Grube geschaufelt, in der die Granate unter einer Sprengdecke verschwindet. Anschließend wird die Stelle wieder zugeschüttet. Danach folgt die kontrollierte Sprengung.

Wenn es so weit ist, dürfte auch Friedrich Schnabel aufatmen: „Vor einem Jahr wurde an dieser Stelle im Garten mit einem Bagger eine Gasleitung verlegt. Da haben wir wohl ziemliches Glück gehabt.“