HUDE - Mit weißem Hemd, sauberen Füßen, gewinnendem Lächeln und magischen Klängen nahm Falk Zenker seine Zuhörer mit auf eine musikalische Gedankenreise. Das Solokonzert des Weimarer Künstlers, der sich selbst „fantasievoller Klangmaler auf sechs Saiten“ nennt, fand am Sonnabend im „Haus Marienhude“ statt.
Der Gitarren- und Klangkünstler Falk Zenker hatte um sich herum „sein Werkzeug“ aufgebaut, eine Säge, eine Tischzither, zwei Heulschläuche und viele andere „Geräuscherzeuger“, die zum Beispiel in dem Klangstück „Es zithert“ zum Einsatz kamen. Basis seiner Musik ist seine akustische Nylonstring-Gitarre, ergänzt durch eine Loopmaschine, die mit den bloßen Füßen bedient wird. „Würde ich mit Schuhen spielen, dann wäre das so, als würde ich mit Handschuhen Gitarre spielen.“
Zu dieser außergewöhnlichen Mischung aus virtuosem Gitarrenspiel mit spanischem Flair, spontanen Improvisationen und raffiniertem Livesampling kommt noch Falk Zenkers überaus charmantes Entertainment, mit dem er das Publikum in seinen Bann zieht. Mit seiner Musik bewies er, dass „Stille so sehr zerbrechlich ist“, sein Publikum lauschte nahezu atem- und bewegungslos.
Vor der Pause schloss Falk Zenker seinen ersten Teil der Gedankenreise mit dem Thema „Liebe“ und knüpfte nach der Pause mit einem Klangstück zum Thema Traurigkeit daran an. Mit „Tango Triste“ konnte er beweisen, „dass Traurigkeit auch gut sein und große Weite in sich haben kann“. Die Station „Traurigkeit“ hinter sich lassend, reisten die Zuhörer weiter mit Zenker „an einen Ort, den es vielleicht gar nicht gibt“ und vernahmen da Klänge, die es vielleicht auch gar nicht gibt? Das Stück hieß erfrischenderweise „…… (wie würdest Du es nennen?)“ und ließ der Fantasie des Hörers freien Lauf. Zenker ließ seine Kalimba unter Mithilfe des Publikums eine fröhliche Geschichte aus dem Regenwald erzählen, das Klang-Kunstwerk „Ein Hauch“ schwebte lustvoll-leicht durch den Saal.
Mit dem Titel „Ein guter Moment“ verabschiedete Falk Zenker sich von seinem begeisterten Publikum – „gute Momente, davon kann man nicht genug haben“. Diesen eindrucksvollen Auftritt hatte der Kunst- und Kulturverein „Impuls“ in Hude organisiert. Vorstandsmitglied Dr. Carola Thurow überreichte Falk Zenker einen Blumenstrauß und bedankte sich für einen unvergesslichen Abend.
