HUDE - Wenn Henning Meinecke auf die Pirsch geht, braucht er nicht viel. Ein Fernglas, etwas zum Schreiben, und schon kann es los gehen.

Im Hohenbökener Moor beobachtet der Vogelkundler schon seit 30 Jahren heimische Vogelarten. Für den Bericht der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Oldenburg stellte er nun die Ergebnisse seiner Aufzeichnungen von 1975 bis 2006 zusammen.

„Insgesamt habe ich 152 Vogelarten im Gebiet des Hohenbökener Moores finden können“, berichtet der Huder. „Von diesen Arten treten 67 regelmäßig auf, also jährlich, davon brüten 41 Arten in dem Gebiet.“ Seine Beobachtungen über die Gewohnheiten der Vögel gewann Meinecke auf über 100 Exkursionen.

Die größte Bedeutung habe das Moor als Brutplatz für die bedrohten Bestände der Wiesenvögel, erklärt er. „Es kommen aber auch Vögel als Wintergäste, so zum Beispiel Eulen, Greifvögel, Krähen und Tauben“, weiß Meinecke. „Als Durchzügler nutzen noch der Kiebitz, Brachvogel und die seltene Bekassine das Hohenbökener Moor.“

Auf seinen Streifzügen durch das Moorgebiet notiert Meinecke jeden Vogel, den er sieht. „Bei Schwärmen versucht man die Vögel in Gruppen zu erfassen und dann zu zählen“, verrät er seinen Trick zum Durchzählen auch großer Vogelansammlungen. „Reine Übungssache.“

„Manche Vögel sieht man gar nicht, die hört man nur, weil sie in den hohen Wiesen versteckt sind. So zum Beispiel den Wachtelkönig. Der macht ein Geräusch, als wenn man über einen Kamm schrappt“, erzählt Meinecke.

Verstecken muss der Vogelkundler sich zum Beobachten der Tiere nicht. „Ich gehe nur auf normalen Wegen durchs Moor, die Vögel sehe ich auch so.“ Insgesamt gehen die Vogelbestände im Moor zurück, beobachtete Meinecke. Die Lage der Wiesenbrüter sei besonders dramatisch. Nur eine extensive Bewirtschaftung könnte die Grünlandflächen als Brutgebiet weiter schützen.

„In der Bewertung des Gebietes als Brutvogellebensraum hat das Hohenbökener Moor den Status der regionalen Bedeutung inne. Es ist also nicht gerade unwichtig“, so Meinecke.

Interessierten Spaziergängern empfiehlt er, in der Natur immer Augen und Ohren offen zu halten. „Das reicht schon, um tolle Entdeckungen zu machen“, verspricht Meinecke. Und vielleicht hört man auch einmal den unverwechselbaren Ruf des Wachtelkönigs.