Hude - Die Gemeinde Hude war bis nach dem Krieg stark protestantisch geprägt. In den Wirren der Reformation, der bauch das Huder Zisterzienser-Kloster zum Opfer fiel, hatte das katholische Leben in Hude über Jahrhunderte brach gelegen. Das änderte sich schlagartig mit den Flüchtlingen aus dem Osten.

Denn 95 Prozent der Menschen, die am 13. April 1946 in der Gemeinde Hude strandeten, waren katholisch. Mittendrin auch der Pfarrer Konrad Leister. Allein aus seiner katholischen Pfarrei Voigsdorf bei Habelschwerdt (Grafschaft Glatz) waren 400 Vertriebene in Hude mit ausgestiegen. Das war am Sonnabend vor Palmsonntag im Jahr 1946.

Die katholische Gemeinde in Hude wuchs in der Folge schnell. Unter anderem traf ein weiterer Flüchtlingstransport mit 400 Menschen aus Oberschlesien ein. Schon 1945 waren Katholiken aus dem Ermland gekommen.

Den Katholiken wurde in Hude 1947 die alte Schützenhalle als Raum für Gottesdienste übergeben. Dem neuen Pfarrrektorat Hude gehörten 1948 schon mehr als 1600 Katholiken an. 1951 wurde das Pfarrhaus bezogen, ein Jahr später begann der Bau der St. Marienkirche an der heutigen Breslauer Straße. Der katholische Friedhof wurde 1957 eingeweiht.

1964 folgte die Herz–Jesu-Kapelle in Wüsting. Im selben Jahr bezog die katholische Schule in Hude ein festes Gebäude neben der bisherigen Baracke an der Ulmenstraße. 1993 erfolgte die Einweihungs des katholischen Kindergartens St. Marien in Hude.

Allein schon dieser kurze Blick in die Chronik der Kirchengemeinde St. Marien zeigt, wie sehr die politische Gemeinde durch ihre katholischen Neubürgerinnen und Neubürger geprägt worden ist.

Apropos St. Marien: Pfarrer Leister war damals überzeugt davon, dass die Gottesmutter Maria ihnen den Weg nach Hude gezeigt habe. Und so wurde die Pfarrei auch nach der Gottesmutter benannt. Pfarrer Leister hatte sogar die Idee, wieder Zisterzienser-Patres nach Hude zu holen und eine Niederlassung auf dem Gelände der Klosterruine zu errichten Das Projekt kam aber nicht zustande.