HUDE - Der Dienstplan steht bereits seit langem: Dreimal täglich – morgens, mittags und abends – sind die Mitarbeiterinnen der Huder Diakonie-Sozialstation auch an den Weihnachtsfeiertagen unterwegs. Ihr Einzugsbereich umfasst die gesamte Gemeinde Hude sowie Bookholzberg und Rethorn. Sie sorgen dafür, dass die 80 Pflegebedürftigen versorgt sind, dass sie gewaschen und angekleidet oder mit Frühstück versorgt werden, dass sie Medikamente verabreicht bekommen oder Einreibungen erhalten und, und, und. Jede Pflegekraft fährt ganz normal ihre Tour ab. Denn „die Pflegebedürftigkeit hört an den Feiertagen ja nicht auf“, sagt Pflegedienstleiterin Elisabeth Loch. Insgesamt hat die Huder Sozialstation 22 Mitarbeiterinnen und in Eike Weber einen Zivildienstleistenden.

Zudem müsse geholfen werden können, wenn ein akuter Pflegebedarf auftrete, betont Elisabeth Loch. Ein Bereitschaftdienst gewährleistet, dass für solche Fälle auch über Weihnachten immer eine Schwester erreichbar sei.

Dennoch sind Heiligabend und Weihnachten besonders. „Viele unserer Patienten sind alleine“, weiß die Pflegedienstleiterin – genauso wichtig wie die pflegerischen Arbeiten ist an solchen Tagen die Zeit für ein Gespräch. Diese persönliche Zuwendung ist zwar im Leistungskatalog der Krankenkassen nicht vorgesehen, bei der Diakonie-Sozialstation aber immer noch möglich – nicht zuletzt dank des Fördervereins: Der hat erst jüngst wieder 10 000 Euro zur Verfügung gestellt, um segensreiche Hilfe am Menschen weiterhin zu gewährleisten. „Dafür sind wir sehr dankbar“, so Elisabeth Loch.

Dankbar – das sind auch viele der Patienten, gerade zu Weihnachten: „Das gibt uns Kraft“, sagt die Pflegedienstchefin. Die positive Reaktion der Menschen, nicht zuletzt der Angehörigen von Pflegebedürftigen, die täglich daheim pflegen, sei ein Stück weit Belohnung. „Es ist schön zu wissen, dass man für einen Moment für Entlastung sorgen kann“, so Elisabeth Loch.

Um die gewohnte Pflege ohne Einschränkungen aufrecht erhalten zu können, haben die Pflegekräfte freiwillig auf 72 Prozent ihres Weihnachtsgeldes verzichtet und der Verschiebung einer Gehaltserhöhung zugestimmt.

Das nötigt Hudes Bürgermeister Axel Jahnz allergrößten Respekt ab. Er war am Montag Gast eines Weihnachtsfrühstücks, das die Mitarbeiterinnen und Zivi Eike Weber zur Einstimmung auf die Feiertage erstmals gemeinsam abhielten. Jahnz, der sich nach eigenem Bekunden „wenn überhaupt als Politiker, dann als Sozialpolitiker“ sieht, sprach dem Team sein großes Dankeschön aus für die schwere Arbeit, die geleistet wird. Nicht von ungefähr unterstützt die Gemeinde Hude die Arbeit der Sozialstation jährlich mit 2600 Euro. Das Geld wird vorrangig für die Tumorberatung genutzt.